Weihnachtsgruss

Sonstiges
von Iny und Elmar am 21-12-2010

Wir wünschen all unseren Leserinnen und Lesern ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein glückliches Neues Jahr!


Iny und Elmar

Unser Fazit für 2010

Info
von Iny und Elmar am 21-12-2010

Für uns war 2010 das ereignisreichste Jahr unserer Karriere mit zwei herausragenden Höhepunkten. Zum einen war da am 05.10.2010 die Ausstrahlung der "Wanderhure" auf Sat1 mit grandiosen 9,87 Millionen Zuschauern, was einer Quote von 31,3 Prozent entspricht. In Österreich sahen den Film auf ORF mehr als 960.000 und damit 34 Prozent der Fernsehzuschauer. Dazu kamen noch 250.000, die die "Wanderhure" in Österreich auf Sat1 gesehen haben. Nicht gezählt sind die Zuseher in Bayern, die "Die Wanderhure" auf ORF angesehen haben.

Der zweite Höhepunkt war im Frühjahr unser Besuch der Buchmesse in Warschau. Wir möchten uns noch einmal bei unserer polnischen Verlegerin, Frau Sonia Draga für die Einladung und bei Frau Urszula Pawlik für die ausgezeichnete Betreuung bedanken. Es war einfach wunderschön!

2010 brachte allerdings auch sehr viel Arbeit mit sich. Wir hatten vorher noch nie so viele Lesereisen und dazu kamen etliche ungeplante Abstecher, wie z.B. nach Hamburg zum Pressetag von Sat1 für "Die Wanderhure", nach Berlin zur Premiere des Films mit allen Stars wie Alexandra Neldel, Götz Otto, Julian Weigand, Bert Tischendorf, Nadja Becker, Lili Gesler und anderen sowie eine Fahrt nach Wien zum ORF. Trotz einer Vielzahl an Interviewterminen und anderen Events konnten wir jedoch alle für dieses Jahr geplanten Manuskripte rechtzeitig fertigstellen.

Unsere 2010 erschienenen Bücher haben uns ebenfalls sehr viel Freude bereitet. Mit dem Taschenbuch der "Tallinn-Verschwörung" (Nicola Marni bei Goldmann) und den Iny-Lorentz-Romanen "Dezembersturm", "Aprilgewitter", "Die Wanderhure", "Die Kastellanin, "Die Tochter der Wanderhure" und "Die Ketzerbraut" haben es heuer sieben unserer Romane auf die Harenberg-Bestsellerliste geschafft. In Österreich schaffte es die "Die Wanderhure" auf die Schwarzer-Liste und in Polen kam "Die Tochter der Wanderhure" auf die Bestsellerliste.

Insgesamt haben es bis Ende 2010 in Deutschland 20 unserer Bücher auf die Harenberg-Liste geschafft, darunter sieben sowohl als HC- wie auch als TB-Ausgabe.

Es gab auch wieder etliche Auslandsübersetzungen, so z.B. in Frankreich, Polen, Tschechien, Ungarn, und was uns auch sehr freut, in Rumänen mit der "Braut des Magiers" von Mara Volkers. Pünktlich zu Weihnachten erhielten wir die ukrainische Übersetzung der "Tatarin" als ein sehr schön aufgemachtes Buch mit einer Premiere für uns, nämlich die ersten Innenillustrationen in einem unserer Romane.


Romane von uns wurden bisher in folgenden Ländern übersetzt:

Polen, Tschechien, Frankreich, Ungarn, Russland, Ukraine, Italien, Spanien, Portugal und Rumänien.


Bisher wurden folgende Romane von uns in andere Sprachen übersetzt:

Von Iny Lorentz:

"Die Wanderhure", "Die Kastellanin", "Das Vermächtnis der Wanderhure", "Die Tochter der Wanderhure", "Die Kastratin", "Die Goldhändlerin", "Die Tatarin", "Die Löwin" und "Die Feuerbraut".

Von Mara Volkers: "Die Reliquie" und "Die Braut des Magiers".

Die Übersetzung weiterer Iny-Lorentz-Romane ist geplant, ebenso die Übersetzung des Nicola-Marni-Romans "Die Tallinn-Verschwörung" ins Tschechische.


Unsere Auflagenzahl im deutschsprachigen Raum beträgt derzeit über 7.000.000 Bücher (nachzulesen im Stern 49/2010).

Die guten Nachrichten sind aber noch nicht zu Ende. Aufgrund des großen Erfolges der Wanderhure als Film hat Sat1 beschlossen, eine Fortsetzung zu diesem Roman zu produzieren.


2010 war damit unser erfolgreichstes Jahr überhaupt!

Das Gleiche hatten wir auch schon 2004, 2005, 2006, 2007, 2008 und 2009 gedacht. Jetzt fragen wir uns, wie das noch weitergehen soll.



Der Ausblick für 2011:

Bei Knaur werden von Iny Lorentz mit "Juliregen" (Juli) der Abschlussband unserer Trilogie um Lore von Trettin und Nathalia von Retzmann, sowie mit "Die Töchter der Sünde" (Oktober) der fünfte Band der Wanderhurenreihe erscheinen.

Ebenfalls wird bei Knaur mit im Herbst mit "Der Stern der Göttin" ein von uns sehr lange gehegter Wunsch in Erfüllung gehen. Das ist allerdings kein Iny-Lorentz-Roman.

Bei Piper erscheint im Oktober der Mara-Volkers-Roman "Die Tore der Geister".

Page & Turner wird den dritten Band um Torsten Renk herausbringen.

DTV veröffentlicht in seiner Reihe Hanser den Diana-Wohlrath-Roman "Merani und die Schlange unter dem Meer".


Es gibt auch wieder Lesungen. Die Erste ist gleich am 04.02. in Raisting, und zwar lesen wir aus dem Nicola-Marni-Roman "Die geheime Waffe". Weiter geht es am 29.04. in Dornstetten, dann aber als Iny Lorentz und unserem neuesten Hardcover "Die Ketzerbraut". Aus dem gleichen Roman lesen wir auch am 16.05. in Aschersleben.

Einige weitere Lesungen sind in der Planungsphase.

Wir werden auch heuer wieder mehrere Autorentreffen besuchen.

Auch hoffen wir auf eine Einladung zu einem der Drehorte, so wie es 2009 bei der "Wanderhure" geschah.


Auf jeden Fall wird 2011 ein sehr arbeitsreiches Jahr!


Eure

Iny und Elmar

Neue Gestaltung der Rubrik Aktuelles

Info
von Iny und Elmar am 06-12-2010

Unser Webmaster Johannes hat die Rubrik Aktuelles neu gestaltet. Ab sofort sind dort die Links zu unseren vorangekündigten Romanen bei den Internetauftritten der entsprechenden Verlage zu finden. Sie können sich dort informieren, welche Romane von uns im Lauf der nächsten Monate erscheinen werden!

Buchpremiere Ketzerbraut

Info
von Iny und Elmar am 06-12-2010

Es ist für einen Autor immer ein besonderer Augenblick, wenn ein neues Buch erscheint. So war es auch bei uns mit der Ketzerbraut. Bei diesem Roman gab es jedoch ein Bonbon extra, nämlich eine Buchpremiere im Ratskeller von München. Noomi Rohrbach vom Knaur Verlag hatte alles bestens organisiert und so machten wir uns am späten Nachmittag wohlgemut auf den Weg. Allerdings gingen wir nicht direkt zum Veranstaltungsort, sondern erst einmal in ein Schuhgeschäft. Wenn man wie wir am Schreibtisch sitzt, ist es recht angenehm, warme Hausschuhe an den Füßen zu haben.

Trotz dieses Abstechers waren wir die Ersten vor Ort und konnten ungestört das Ambiente des angemieteten Saales genießen. Allerdings irritierten wir den Kellner, der nicht so früh mit Gästen berechnet hatte, uns aber dann doch bediente.

Kurze Zeit später erschien Noomi Rohrbach mit den ersten Damen vom Verlag. Die Mikrofonanlage wurde aufgebaut und ausprobiert. Hier zeigte es sich, dass eines der beiden Mikros die Eigenschaft hatte, laut zu knacken und zu knarzen und daher stillgelegt werden musste. Das andere Mikrofon aber reicht vollkommen aus.

Mittlerweile füllte sich der Saal. Wir freuten uns besonders, unsere Droemer-Knaur-Kollegen Tanja Kinkel, Heidi Rehn und Ulf Schiewe sowie die sehr engagierte Buchhändlerin unserer Gemeinde, Frau Recknagel begrüßen zu können. Elmars Ex-Kollege Frithjof Stadie war ebenso erschienen wie etliche interessierte Fans. Außerdem gaben uns Thomas Wesskamp und Dirk Salomon, die Drehbuchautoren für die Fortsetzung der Wanderhure, mit Wolfgang Limmer ein weiterer Drehbuchautor sowie der Schauspieler Gerd Silberbauer die Ehre, mit uns das Erscheinen der Ketzerbraut zu feiern.

Zuerst wurden Prosecco und Schnittchen gereicht, dazu Wein, Bier, Säfte und Wasser. Dann aber wurde es zusehends ernst. Noomi Rohrbach begrüßte die Gäste, danach sprach unsere Cheflektorin Christine Steffen-Reimann über unsere frühen Tage bei Knaur und über "Die Ketzerbraut". Anschließend waren wir an der Reihe. Wir hatten uns zwei Stellen des Romans ausgesucht, doch als danach der Ruf Zugabe erscholl, entschloss Elmar sich, noch eine kurze Szene vorzulesen, die er willkürlich durch Aufschlagen des Buches bestimmte.

Laut Aussage unserer Agentin, die gerade noch rechtzeitig mit anderen Damen aus der Agentur erschienen war, haben wir unsere Sache gut gemacht. Nun aber ging es daran, Fragen beantworten. Noomi Rohrbach hatte etliche Punkte zusammengestellt, die sie von uns wissen wollte, auch nahm das Publikum selbst an der Fragerunde teil. Natürlich mussten wir auch kräftig signieren und in privaten Gesprächen Rede und Antwort stehen. Hier waren vor allem die beiden genannten Drehbuchautoren daran interessiert, mit uns zu sprechen. Bei einem Gläschen Wein verging die Zeit sehr schnell und die meisten Teilnehmer waren irgendwann gezwungen, aufzubrechen, um am nächsten Tag wieder fit zu sein. Bei uns dauerte es diesmal ein wenig länger, doch schließlich ging auch dieser Tag für uns zu Ende. Wir haben eine sehr schöne Feier erlebt und interessante Gespräche geführt. Unser Dank gilt Noomi Rohrbach und den anderen Damen von Droemer-Knaur, die diese Buchpremiere auf die Beine gestellt haben, und allen unseren Gästen, die mit uns unseren neuesten Roman gefeiert haben.


Iny und Elmar

Lesung in Dettelbach

Lesung
von Iny und Elmar am 07-11-2010

Die Lesung in Dettelbach

oder

In der Heimat der Wanderhure


Es ist jetzt fast drei Jahrzehnte her, da haben wir auf Einladung von Inys Arbeitskollegen Günter, der kurz darauf einer unserer Trauzeugen wurde, das malerische Städtchen Dettelbach am Main besucht. Damals wussten wir noch nicht, welche Bedeutung diese Gegend einmal für uns haben würde. Da es uns dort gefiel, sind wir noch öfters hingefahren, durch Weinberge gewandert und haben pittoreske Orte besucht. Als Hobby haben wir schon damals Informationen über diese Orte und ihre Geschichte gesammelt und konnten viele Jahre später bei der Sache nach einer neuen Heimat für unsere Wanderhure Marie darauf zugreifen. Außerdem fanden wir dort am Main mit der Vogelsburg unser Vorbild für die Burg Kibitzstein und die Ortschaft Schnepfenbach brachte uns auf die Vogelnamendörfer des imaginären Reichslehens, das an Marie und Michel gegangen war.

Mehrere Recherchereisen in diese Gegend schlossen sich an und am 30.10.2010 fuhren wir erneut dorthin, diesmal allerdings nicht auf der Suche nach neuen Abenteuern für Marie und deren Familie, sondern zu einer Lesung. Es war ein schöner Tag, die Sonne schien, und auf der Autobahn fuhren einige Leute wie die Henker. Etwa auf halben Weg gerieten wir unversehens in einen Stau. Grund war ein Unfall mit etlichen beteiligten Fahrzeugen, der zwei Folgeunfälle nach sich gezogen hatte. Zum Glück sah es so aus, als wäre hauptsächlich viel Blech zerstört worden und keine Menschen schwer zu Schaden gekommen.

Es dauerte einige Zeit, bis wir die Stelle hinter uns gelassen hatten und weiterfahren konnten. In Dettelbach angekommen suchten wir Günter auf, der uns nicht nur Obdach geboten, sondern auch die Lesung initiiert hatte. Kaffee, ein ausgezeichneter Käsekuchen und später noch eine fränkische Brotzeit stellten unser inneres Gleichgewicht wieder her und so betraten wir am Abend wohlgemut das Rathaus von Dettelbach, in dessen historischen Festsaal unsere Lesung stattfinden sollte.

Günter war voller Ehrgeiz, den bisherigen Zuhörerrekord bei einer unserer Lesungen zu brechen und hatte entsprechend die Werbetrommeln gerührt. Ganz schaffte er sein Vorhaben nicht, doch es war auf jeden Fall die am besten besuchte Lesung dieses Jahres und eine der schönsten, die wir je erlebt haben. Alles, was in Dettelbach Rang und Namen hatte,, war erschienen. Bürgermeister Reinhold Kuhn erwies uns die Ehre, uns das Goldene Buch der Stadt für eine Eintragung vorzulegen, und blieb, was bei Politikern eher selten ist, während der gesamten Lesung vor Ort.

Dem Anlass entsprechend lasen wir zuerst aus der Wanderhure und dann ein kurzes Stück aus der Ketzerbraut. Schon vor dem Beginn der Lesung hatten wir Bücher signiert und taten dies auch in der Pause, während die Zuhörer sich mit Frankenwein und Teilchen stärken konnten. Zwanzig Minuten später begann die Frage- und Diskussionsrunde, die sich vor allem um zwei Dinge drehte, zum einen unsere und Maries Verbindung zu Dettelbach und seinem Umland sowie um den Film, den die meisten der Anwesenden gesehen hatten. Nicht wenigen von ihnen wäre es recht gewesen, wenn die Fortsetzung auch in Dettelbach gedreht werden würde, doch das zu versprechen, lag außerhalb unserer Möglichkeiten.

Zum Schluss der Veranstaltung gaben wir noch einen Ausblick auf das nächste Jahr, das mit "Juliregen" den Abschluss der Trilogie um Lore von Trettin und ihrer Freundin Nathalia bringt. Außerdem stellten wir den derzeit nur mit einem Arbeitstitel versehenen fünften Band um unsere Marie und deren Familie vor und gingen kurz auf die beiden Romane ein, die unter den Pseudonymen Nicola Marni und Mara Volkers erscheinen werden. Zu sehr später Stunde endete schließlich die Diskussionsrunde mit Klavierklängen und einem Glas Wein.

Am nächsten Tag besuchten wir zusammen mit Günter und seiner Lebensgefährtin Würzburg, standen im Schatten der Festung Marienberg, die in Maries Leben eine große Rolle spielt, und genossen einen der letzten Spätsommertage dieses Jahres. Als wir schließlich nach Hause aufbrachen, taten wir dies mit einer gewissen Wehmut, aber auch voller Freude auf die Romane, die vor uns liegen.


Iny und Elmar Lorentz

Wien

Bericht
von Iny und Elmar am 29-10-2010

Kaum hatten wir nach fünf Wochen in der Fremde die Heimat erreicht, stand bereits die nächste Fahrt an. Diesmal war Wien unser Ziel, denn der ORF hatte uns zu einer Literatursendung eingeladen. Wir beschlossen, etwas mehr daraus zu machen als nur hin zu rasen, die Sendung aufzunehmen und wieder heimzufahren. Wer von unseren Fans "Die Schwarze Königin" gelesen hat, weiß, dass Wien die Heimat Danielas und Urban Lasskys und der anderen Vampire des dortigen Clubs ist. Zwar kannten wir Wien von früheren Reisen, doch diesmal wollten wir uns aus aktuellem Grund auf den Spuren unserer Protagonisten begeben.

Es war ein eigenartiges Gefühl. Wenn man einen Roman aus einem längst vergangenen Jahrhundert schreibt, weiß man bei Recherchen vor Ort die Zeit zwischen sich und seinen Protagonisten. Hier jedoch konnten wir uns im Kaffeehaus vorstellen, die Türe würde aufgehen und Daniela, Urban oder Dilia hereinkommen und sich an den Nebentisch setzen. Auch in der U-Bahn hatten wir diese Empfindung, und bei unseren Streifzügen durch die Stadt schritten unsere Freunde immer unsichtbar neben uns her.

Erst als wir uns dem zweiten Zweck dieser Fahrt, nämlich der Fernsehaufnahme bei ORF näherten, traten unsere Vampire in den Hintergrund, denn es galt, die Ketzerbraut vorzustellen. Die Aufnahmen wurden am Sonntag in der Thalia-Filiale in der Mariahilferstraße gemacht, die bereits mehrfach als Rahmen für diese Sendung gedient hatte. Das Ausnahmeteam ging sehr professionell vor und Frau Zink, die Moderatorin der Sendung, hatte sich bestens vorbereitet. Daher wurde es ein ebenso interessantes wie angenehmes Gespräch und wir bedauern nur, dass wir den ORF selbst nicht empfangen können.

Zu sagen ist noch, dass wir mit dem Wetter Glück hatten. Es blieb an den Tagen, die wir für unsere Recherchen verwendeten, trotz gegenteiliger Wettervorhersagen trocken. Erst als wir nach erfolgter Fernsehaufnahme unseren Dicken bestiegen, um nach Hause zu fahren, öffneten sich die Schleusen des Himmels und bescherten uns eine Regenfahrt in die Nacht hinein.


Iny und Elmar Lorentz

Die lange Reise,Teil 6: Die Buchmesse in Frankfurt

Info
von Iny und Elmar am 21-10-2010

Obwohl wir erst sehr spät ins Bett gekommen waren, klingelte uns der Wecker am nächsten Morgen gnadenlos aus den Federn. Wegen eines Fototermins bei Focus mussten wir um 09:00 Uhr bei der Buchmesse sein. Dem Schatten der Wanderhure konnten wir aber auch jetzt nicht entkommen. Der Film war ausgestrahlt worden und nun ging es darum, wie viele Leute ihn angesehen hatten. Davon hing sehr viel ab, am wenigsten noch für uns, doch sehr viel für unsere Agentin Lianne, unsere Filmagentin Isabel, die Produzenten, Drehbuchautoren, Schauspielerinnen und Schauspieler, und vor allem für Sat1 und den ORF, die das Risiko auf sich genommen hatten, so viel Geld für die Verfilmung unseres Romans auszugeben.

Isabel hatte versprochen, uns die Quoten durchzugeben, sobald sie diese erfahren würde. Als wir mit der U-Bahn Richtung Messe fuhren, hatte Elmar das Handy eingesteckt. Auf einmal klingelte es. Es war Isabel und sie fragte "Sitzt du?" Elmar bejahte und erhielt den Rat, sich auch noch festzuhalten. Dann brach es aus Isabel heraus.

"Wir haben 32,4 Prozent! Das war noch nie da!"

Im ersten Augenblick war Elmar baff, dann rief er Iny durch den halben U-Bahn-Wagen zu "Es ist Isabel. 32,4 Prozent!"

"Was?", klang es fassungslos zurück.

Elmar wiederholte die Meldung und bedankte sich bei Isabel für die Information. Doch kaum war das Gespräch beendet, meldete sich das Handy erneut. Diesmal war Petra Hinteneder von Sat1 am Apparat und meldete uns das gleiche Ergebnis. Ihrer Stimme war gleichermaßen die Freude über die Quote wie auch Erleichterung anzumerken, dass die Wanderhure ein solcher Erfolg geworden war. Petra Hinteneder schloss mit den Worten, dass es für die Kastellanin gut aussähe, dann verabschiedete sie sich und wir blieben mit unseren wirbelnden Gedanken allein.

Kurz darauf erreichten wir das Messegelände. Patricia Kessler vom Knaur Verlag verfrachtete uns in ein Taxi, das uns zum Fototermin brachte. Als wir dann eine knappe Stunde später zur Messe zurückkehrten, wurden wir am Knaur-Stand mit überschäumender Begeisterung und einem schäumenden Getränk begrüßt. Sat1 schickte ein weiteres Aufnahmeteam aus, um unsere Freude über den Riesenerfolg zu dokumentieren. Außerdem gratulierten uns sehr viele Kolleginnen und Kollegen sowie Vertreter anderer Verlage aus ganzem Herzen. Nicht wenige hofften, dass die Wanderhure sich erneut als Türöffner erweisen würde. Viele Verlage haben Autoren historischer Romane, die es wert sind, verfilmt zu werden. Wir drücken allen die Daumen.

Als wir an diesem Tag die Messe verließen, kam ein weiteres Telefoninterview dazu, das diesmal Elmar im U-Bahnhof führte. Der Abend war einer der Partys gewidmet, die die Buchmesse begleiten. Auch hier erhielten wir viele Glückwünsche und trafen unsere Agentinnen Lianne und Isabel wieder. Erstere war immer noch fassungslos, hatte sie doch befürchtet, die Wanderhure würde die 20 Prozent nicht erreichen und die Fortsetzung damit unter den Tisch fallen. Isabel hingegen strahlte über das ganze Gesicht und berichtete fröhlich, wie sie an die Zahlen gekommen war. Ihr Informant war einer der beiden Drehbuchautoren gewesen, die für das Drehbuch der Kastellanin ins Auge gefasst worden waren. An diesem Abend erschien es uns allen sehr wahrscheinlich, dass er und sein Kollege es schreiben würden.

Nach einer weiteren zu kurzen Nacht ging es dann wieder zur Buchmesse. Diesmal ließ uns unser Terminkalender etwas mehr Zeit als am Vortag und wir konnten im Internet die ersten Berichte über die Wanderhure lesen. Am meisten interessierte uns natürlich die ORF-Quote in Österreich. Wir konnten kaum glauben, was wir da lasen. Sie war noch besser als in Deutschland, nämlich 34 Prozent. Zuletzt stieß Elmar noch durch Zufall auf eine Meldung, in der es hieß, Sat1 habe grünes Licht für die Verfilmung der Kastellanin gegeben.

Mit solchen Nachrichten ließ es sich leicht zum Knaur-Stand gehen. Ein Kaffee brachte uns wieder halbwegs auf die Beine, damit wir den Termin mit Frau Pawlik vom Verlag Sonia Draga anständig hinter uns bringen konnten. Frau Pawlik hatte uns für den polnischen Markt entdeckt und uns im Mai bei unserem Besuch auf der Buchmesse in Warschau mustergültig betreut. Von ihr erfuhren wir, dass bald die Tatarin auf Polnisch erscheinen würde und weitere Übersetzungen geplant seien. Auch gab sie sich der Hoffnung hin, dass einer der polnischen Fernsehsender den Wanderhuren-Film ankaufen und ausstrahlen würde.

Gespräche mit Verlagsleuten, Kolleginnen, Kollegen und Fans rundeten unser Tagesprogramm ab. Der Abend sah uns wieder auf einer Verlagsparty. Diesmal hatte Lianne endgültig begriffen, was geschehen war, und berichtete, dass sie am Vortag die Quote für einen Tippfehler gehalten und nicht geglaubt hätte. Jetzt aber war auch sie wieder oben auf und sprudelte nur so vor Energie, dass wir uns eine Möglichkeit wünschten, ein wenig davon für uns abzuzapfen. Die Müdigkeit durch die kurzen Nächte machte sich doch immer mehr bemerkbar.

Am nächsten Morgen dauerte es daher etwas, bis wir erwachten, und so erreichten wir die Messe erst gegen Mittag. Da wir diesen Tag von Terminen freigehalten hatten, gab es hier keine Probleme. Allerdings schränkte es die Zeit, in der wir auf die Suche nach neuen Sachbüchern gehen wollten, arg ein. Zum Glück kennen wir die interessanten Verlage, so dass es uns erspart blieb, die einzelnen Reihen entlang zu laufen, um nach ihnen zu suchen. Auf jeden Fall kam eine hübsche Liste von Sachbüchern zusammen, darunter auch weiteres Material für die nächste Taschenbuchtrilogie, die auf Dezembersturm, Aprilgewitter und Juliregen folgen soll. Am Abend fand der Presseempfang von Droemer-Knaur statt, bei dem wir natürlich nicht fehlen durften. Die Folge war eine weitere Nacht, in der wir zu sehr später Stunde ins Bett kamen.

Der Samstag war unser Hauptarbeitstag. Das Publikum strömte auf die Messe und wir mit ihm. Allmählich merkten wir die Anstrengungen. Trotzdem galt es, sich noch einmal zusammenzureißen. Ein paar Kaffee am Knaur-Stand halfen uns dabei, dann ging es auch schon an das erste Interview. Gleich darauf kam das Zweite, diesmal live am Stand vor unseren Fans. Da es an dem Tag in den Hallen noch keine Bücher zu kaufen gab, hatten viele ihre eigenen Exemplare mitgebracht, um sie signieren zu lassen. Unser Vorrat an Autogrammkarten schmolz dabei wie Butter in der Sonne. Nach dem Signieren ist vor dem Signieren, heißt es so schön, denn kaum waren wir am Stand fertig, mussten wir uns beeilen, um zum Signierzelt zu kommen. Dort standen die Fans bereits in einer langen Schlange an und so machten wir uns sofort ans Werk. Da im Signierzelt Bücher verkauft werden durften, schmolzen die Wanderhuren, Aprilgewitter und so weiter immer mehr dahin, bis schließlich alle verkauft waren. Zum Leidwesen der Fans und auch unserem eigenen Bedauern gab es noch keine Ausgaben der Ketzerbraut zu kaufen. Die wenigen Vorabexemplare, die Knaur mit auf die Messe genommen hatte, waren am Stand in einem Glaskasten ausgestellt, der fest verschlossen war.

Nachdem das letzte Buch signiert war, hatten wir eine gute halbe Stunde Luft, um uns etwas zu Essen zu besorgen. Für ein Restaurant reichte die Zeit nicht und vor den meisten Ständen bildeten sich so lange Schlangen, dass wir schließlich den Stand mit den wenigsten wartenden Leuten wählten. Es war nicht unbedingt die beste Wahl, doch was will man machen, wenn der Magen sehr laut und vernehmlich knurrt. Hungrig lesen wir nämlich nicht besonders gerne, und es stand noch die Lesung im Lesecafé von Buch aktuell an. Um den Zuhörern den Mund wässrig zu machen, hatte Knaur uns für die Ketzerbraut eintragen lassen. Vor der Lesung wurde uns eines der gehüteten Vorabexemplare ausgehändigt. Mit dem Zurückgeben nach der Lesung gab es allerdings Probleme, da sich das Buch in Elmars Rucksack nicht mehr auffinden ließ. Seltsamerweise steht seit unserer Rückkehr von der Buchmesse eine Ketzerbraut in unserem großen Trophäenschrank. Wie die wohl dahin gekommen sein mag?

Nach dem Lesecafé kehrten wir zum Knaur-Stand zurück und verabschiedeten uns von dem Verlagsangestellten und dem Servicepersonal, das schon seit Jahren bei der Buchmesse aushilft, und verließen anschließend das Messegelände müde, aber auch sehr zufrieden. Da uns der Sonntag diesmal frei gehalten worden war, konnten wir am nächsten Morgen unseren Wohnwagen anhängen und nach Hause fahren.

In Erinnerung werden bleiben ein wunderschöner Filmabend, die Nachricht von einer grandiosen Zuschauerquote, die Gespräche mit vielen Kolleginnen und Kollegen sowie die Begegnung mit etlichen Fans.


Iny und Elmar Lorentz

Die lange Reise, Teil 5 Im Schatten d. Wanderhure

Bericht
von Iny und Elmar am 20-10-2010

05.10.2010, 6:30 Uhr: Nach entschieden zu wenig Schlaf krochen wir aus den Betten. Es galt erneut, den Campingplatz zu wechseln. Unser Ziel war Frankfurt-Heddernheim, unser Quartier auf der Buchmesse seit 1996. Der Beginn der Fahrt war wenig erfreulich, denn nach wenigen hundert Metern steckten wir im ersten Stau. Ein zweiter und ein dritter folgten und erst, als wir Köln hinter uns gebracht hatten, ging es rascher vorwärts. Plötzlich aber klingelte unser Handy. Sat1 Bayern war am Apparat und fragte um ein Interview an. Wir einigten uns schließlich auf den Campingplatz in Frankfurt-Heddernheim und konnten nur hoffen, in keinen weiteren Stau zu geraten, um rechtzeitig dort zu sein. Kurz darauf meldete sich ein Münchner Radiosender. Da es unmöglich war, auf die Schnelle ins Studio zu kommen, wurde das Interview per Handy geführt. Während Iny redete, fuhr Elmar unseren Dicken so sanft, wie es nur ging, um das Motorgeräusch so gering wie möglich zu halten.

Wir kamen gut durch, erreichten den Campingplatz zur richtigen Stunde, und sahen uns kurz darauf dem Sat1-Team gegenüber. Es waren Profis, die wussten, worauf es ankommt. Innerhalb einer Dreiviertelstunde waren die Aufnahmen im Kasten und wir wieder unsere eigenen Herren.

Allmählich stieg unser Adrenalinspiegel an. Für den Abend hatte Knaur eine Filmparty für Verlagsangestellte, unsere Agentin Lianne, unsere Filmagentin Isabel und über zwanzig Fans aus der Umgebung organisiert. Wir waren natürlich auch eingeladen und machten uns daher zu früher Abendstunde auf dem Weg. Die "Fabrik" in Frankfurt entpuppte sich als uriges Lokal mit Gewölbe und Kamin. Kaum waren wir eingetreten, wurden wir auch schon von Verlagsmitarbeitern, Lianne und Isabel umringt. Während die Knaur-Mitarbeiter und –größen sich freuten, weil der erhoffte Tag gekommen war, wirkte Lianne seltsam kleinlaut. Sie zog uns in eine stille Ecke und erklärte, dass Sat1 die erwartete Mindestquote für den Film auf zwanzig Prozent festgesetzt hätte. "Das haben sie in den letzten Jahren nur zweimal erreicht", setzte Lianne mit Grabesstimme hinzu.

Wir versuchten sie aufzurichten und erklärten, dass wir mit mindestens zweiundzwanzig Prozent rechnen würden. Elmar steigerte sich noch auf fünfundzwanzig Prozent, ohne damit besonders ernst genommen zu werden. Trotz dieser Nachricht wollten wir uns diesen Abend nicht verdrießen lassen und begrüßten erst einmal die bereits eingetroffenen Fans, die bei Knaur die Teilnahme an diesem Abend gewonnen hatten. Danach gab es ein ausgezeichnetes Abendessen und schmackhafte Getränke. Auch in der Hinsicht war das Lokal eine gute Wahl gewesen. Allmählich aber näherte sich die Zeit, an der Alexandra Neldel und all die anderen auf dem Bildschirm zu sehen sein würden und die bis dato recht angeregte Unterhaltung schrumpfte zu einem Flüstern, das schließlich ganz erlosch.

Obwohl wir den Film schon etliche Male gesehen hatten, wurden wir auch diesmal wieder in seinen Bann gezogen und stimmten in den Schlussapplaus ein, der spontan nach der letzten Szene ausbrach. Die Begeisterung bei unseren Fans, den Verlagsleuten und auch unseren Agentinnen war einhellig. Jemand meinte, dass wir jetzt doch sehr stolz auf uns sein müssten, doch Elmar antwortete, stolz könnten jene sein, die diesen Film gemacht haben. Er selbst sei sehr dankbar dafür und voller Freude, dass der Film so schön geworden war.

Für unsere Fans gab es noch jeweils die Filmausgabe der Wanderhure, die übrigens mit dem Originalroman identisch ist und nur durch die Filmfotos und einen kleinen Bericht aus unserer Feder ergänzt wurde. Natürlich mussten wir signieren und standen den Anwesenden Rede und Antwort, so gut es ging. Als wir schließlich aufbrachen, war die Nacht bereits weit fortgeschritten, doch in unseren Gedanken sahen wir noch immer Alexandra Neldel als die Wanderhure. Es war ein schöner Abend und wir freuen uns sehr, dass wir ihn mit lieben Menschen hatten verbringen können.


Iny und Elmar Lorentz

Die lange Reise Teil 4: Lesung in Erkrath

Lesung
von Iny und Elmar am 19-10-2010

In Schobüll hatten wir uns an die frischen Temperaturen des Nordens und den steifen Seewind gewöhnt. Doch als wir wieder nach Süden aufbrachen und schließlich Düsseldorf erreichten, empfing uns ein warmer Spätsommertag, der schließlich in einen Bilderbuchabend mündete, den wir am Unterbacher See von Herzen genossen. Allerdings waren wir nicht zum Vergnügen da, sondern um am nächsten Tag in der Stadtbücherei Erkrath-Hochdal zu lesen. Es war der 04.10.2010, der Tag vor der Ausstrahlung der Wanderhure, und unser Nervositätspegel stieg langsam an. Es war ganz gut, dass wir nicht aus diesem Roman lesen mussten, sondern aus Aprilgewitter. Vorher aber gingen wir mit Frau Schendekehl vom Förderverein der Bibliothek und einer weiteren Dame essen. Ein voller Magen beruhigt nun einmal die Nerven mehr als ein leerer. Frau Schendekehls Begleiterin, deren Namen uns leider entfallen ist, berichtete dabei, dass sie für die Lesung extra ihre Mutter aus Koblenz hätte holen müssen.

Für uns war dies natürlich ein zusätzlicher Ansporn, und als wir wieder die Stadtbibliothek erreichten, war die Dame auch schon anwesend und wir führten ein angeregtes Gespräch mit ihr. Die Lesung selbst verlief angenehm. Elmars Froschjäger (Halspastillen) zeigten Erfolg, so dass er laut genug lesen konnte, und Iny war so gut wie immer.

Nach einer Pause, die von den Zuhörerinnen und Zuhörern zur Stärkung und von uns zum signieren benutzt wurde, begann die Fragerunde. Nach den üblichen Fragen nach unserer Arbeitsweise, unserem Werdegang und unseren weiteren Projekten kam die Sprache zwangsläufig auf den Film. Die meisten Anwesenden hatten den 05.10.2010 bereits rot im Kalender angestrichen und nahmen die Chance wahr, von uns etwas mehr über den Film und seine Entstehung zu erfahren. Als eine Dame die Besetzungsliste hörte, rief sie ergriffen: "Was? Götz Otto, der bei James Bond mitgespielt hat, spielt auch mit!" Wir konnten ihr sagen, dass nicht nur die Rolle König Sigismunds mit Götz Otto, sondern auch jede andere Rolle mit ausgezeichneten Schauspielerinnen und Schauspielern besetzt worden sei.

Die Unterhaltung wurde sehr lebhaft uns so dauerte es, bis Frau Schendekehl die Veranstaltung als beendet erklären konnte. Wir unterhielten uns noch kurz mit der alten Dame aus Koblenz, verabschieden uns dann, und kehrten auf den Campingplatz zurück.


Iny und Elmar Lorentz

Die lange Reise Teil 3: Bei d Wanderhure i. Berlin

Bericht
von Iny und Elmar am 13-10-2010

Der Abstecher nach Berlin war eigentlich nicht geplant. Doch während unserer Reise erreichte uns plötzlich die Einladung von Sat1, an der Premiere der Wanderhure in Berlin teilzunehmen. So schnell wie diesmal haben wir wohl selten unsere Pläne geändert und zugesagt. Unsere bisherigen Erfahrungen mit Berliner Campingplätzen und den langen Anfahrtszeiten ins Zentrum hielten uns davon ab, mit dem Wohnwagen hinzufahren. Daher wählten wir für die eine Nacht ein Hotel und ließen unser rollendes Arbeits-, Schlaf-, und Wohnzimmer in Schobüll zurück.

Die Fahrt nach Berlin verlief ohne Probleme. Auf dem Weg zum Hotel gab es jedoch eine Begegnung der besonderen Art, denn wir benützten die selben Straßen, auf denen Lore in unserem Roman Aprilgewitter ausgefahren ist und für den Bruchteil eines Augenblicks sahen wir statt der Autos Kutschen und Reiter, die uns lächelnd begrüßten.

Wir kamen früh genug im Hotel an, um gemütlich essen und uns etwas erholen zu können. Unsere Filmagentin Isabel holte uns pünktlich ab und brachte uns in ein weiteres Hotel, in dem sich die Maske befand. Dort saßen bereits Alexandra Neldel und Elena Uhlig und fieberten dem großen Auftritt am Abend entgegen. Auch wir überließen uns kurz den geschickten Händen der Visagistinnen, und gingen dann in die Lobby zu Isabel und Frau Hinteneder von Sat1. Bei den beiden saß eine ausnehmend hübsche junge Dame und begrüßte uns mit den Worten. „Ich sehe jetzt zwar anders aus, aber ich bin Hiltrud!“

Wir hätten Nadja Becker aber auch so erkannt und freuten uns, sie zu sehen. In rascher Folge trafen nun auch Bert Tischendorf, Götz Otto und Julian Weigend, die Produzenten Andreas Bareiss und Sven Burgemeister, der Regisseur Hansjörg Thurn, Gabriele Kister, die das Drehbuch für die Wanderhure geschrieben hat, sowie etliche maßgebliche Leute von Sat1 ein. Außerdem lernten wir endlich Andreas Bareiss Geschäftspartnerin Gloria Burkert kennen, die ebenfalls großen Anteil an dem Gelingen der Verfilmung hat. Es war eine angenehme Runde, die sich hier zusammengefunden hatte, und doch war die Anspannung vor der großen Premiere in der Astor Film Lounge zu spüren. Die wenigen Schritte dorthin legten wir zu Fuß zurück. Alexandra Neldel, Götz Otto und die anderen waren es gewohnt, im Blitzlichtgewitter der Fotografen auf dem roten Teppich zu stehen, doch für uns war es ein seltsames Gefühl. Die Menge der Fotografen, die sich hier versammelt hatte, überraschten alle, und so dauerte es einige Zeit, bis wir entlassen wurden und die Astor Film Lounge betreten konnten.

Mit einem Schluck Met, ein paar Knabbereien und einigen interessanten Gespräche mit Premieregästen brachten wir die restliche Zeit bis 20:00 Uhr hinter uns und nahmen anschließend unsere Plätze ein. Herr Kosack von Sat1 hielt eine kurze Ansprache, dann wurde es im Saal dunkel und auf der Leinwand erschienen die ersten Bilder der Wanderhure. Es war ein grandioses Gefühl, die Personen, denen wir mit diesem Roman Leben eingehaucht hatten, nicht wie bisher auf dem Fernsehgerät, sondern auf der großen Kinoleinwand zu erleben. Fasziniert verfolgten wir Maries Weg von der Konstanzer Bürgerstochter bis hin zur Wanderhure, die ihre verlorene Ehre wiedererlangen will und dies zuletzt auch schafft.

Der Beifall am Ende war gewaltig und er wurde auch nicht leiser, als Herr Kosack schließlich alle Darstellerinnen und Darsteller, sowie alle für den Film maßgeblichen Leute nach vorne auf die Bühne rief. Für uns war es ein großes Erlebnis, neben einer fabelhaften Alexandra Neldel (Marie), neben Elena Uhlig (Mechthild von Arnstein), Nadja Becker (Hiltrud), Lili Gesler (Madeleine), Agatha Taffertshofer (Berta), Bert Tischendorf (Michel), Julian Weigend (Ruppertus), sowie Götz Otto, der einen grandiosen König Sigismund spielte, stehen zu dürfen.

Ihnen allen, aber auch Hansjörg Thurn, Gabriele Kister, Gloria Burkert, Andreas Bareiss, Sven Burgemeister und allen anderen, die mitgeholfen haben, dass ein Traum Wahrheit geworden ist, gilt unser innigster Dank.

Ein großes Kompliment wollen wir auch dem großartigen Berliner Premierenpublikum aussprechen. Sie haben den Film mit offenen Herzen angenommen und diesen Abend erst so richtig zu einem ganz besonderen Abend gemacht. Es gibt keine Stadt, in der wir diese Premiere lieber erlebt hätten als bei euch in Berlin.

Nach dem Film war der Abend noch lange nicht zu Ende. Berliner feiern gerne und wir haben uns ebenso gerne angeschlossen. Dabei konnten wir noch etliche angenehme Gespräche führen. So erzählte Agathe Taffertshofer, dass es der Traum jeder Schauspielerin und jedes Schauspielers wäre, einmal bei einem so saftigen „Historienschinken“ dabei zu sein und dass sie ihre Rolle als Berta trotz gelegentlicher Diskussionen mit den Ziegen voller Begeisterung gespielt hätte. Sie berichtete auch, dass Hansjörg Thurn extra Schlammlöcher graben ließ, durch die sie mit ihrem Ziegenwagen fahren mussten.

Es wurde sehr spät, doch irgendwann winkte auch uns der Bettzipfel. Wir verabschiedeten uns von all den Menschen, die uns bereits in Fót bei Budapest, spätestens aber hier in Berlin ans Herz gewachsen sind, und teilen mit ihnen die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit Marie, Michel, Hiltrud und König Sigismund.

Am nächsten Tag verließen wir nach einem letzten, angenehmen Gespräch mit Frau Hinteneder Berlin und fuhren nach Schobüll zurück. Statt im Grand Hotel Esplanade wartete unser Bett im Wohnwagen auf uns, sowie weitere Aufgaben, die es zu bewältigen galt.


Iny und Elmar Lorentz

Die lange Reise Teil 2: Im Norden

Bericht
von Iny und Elmar am 12-10-2010

Die Lesung in Tostedt:

Nach der Criminale hieß es für uns am Montagmorgen, zu früher Stunde aufzubrechen und nach Norden zu fahren. Am Abend stand die Lesung in Tostedt in Niedersachsen an. Vorher aber wollten wir uns noch mit unserer Kollegin Caren Benedikt und deren Mann treffen und mit ihnen zu Abend essen.

Wir erreichten Tostedt früh genug, um alles in die Reihe zu bringen. Nach einem ausgezeichneten Abendessen und einem interessanten Gespräch fuhren wir zur Gemeindebücherei und wurden dort von Frau Scheibel begrüßt. Diese war zunächst ein wenig in Sorge wegen der relativ geringen Vorbestellungen, wurde dann aber vom Zustrom der Leserinnen (und drei Lesern) überrascht und musste erst einmal für weitere Stühle sorgen, da die bereitgestellten bei weitem nicht ausreichten.

Wir lasen aus Aprilgewitter, mussten vorher aber mit dem Gerücht aufräumen, wir würden Lore von Trettins Abenteuer zu einer zwölfbändigen Serie ausbauen. Dieser Irrtum ist wahrscheinlich wegen der Titel mit den Monatsnamen aufgekommen. Da haben wohl einige Leute gedacht, da es zwölf Monate gibt, wird es auch zwölf Romane geben. Wir belassen es aber bei der Trilogie.

Doch zurück zu Tostedt. Es wurde ein schöner Abend und wir durften dabei etliche Aprilgewitter signieren. Die Buchhändlerin hatte nur diesen Roman dabei und bedauerte es anhand der Nachfragen sichtlich, nicht auch Dezembersturm und die Wanderhuren-Reihe mitgebracht zu haben.

Zu später Stunde war auch diese Lesung vorbei, und am nächsten Tag mussten wir erneut den Wohnwagen anhängen. Doch es wurde diesmal keine lange Fahrt, da es nur gut 110 Km weiter nach Schleswig-Holstein ging. Dies gab uns die Chance, eine Werkstatt aufzusuchen und bei unserem Dicken einen Sensor austauschen zu lassen, der unterwegs den Geist aufgegeben hatte.

Die Lesung in Henstedt-Ulzburg:

Am 15.09.2010 kam dann die nächste Lesung in Henstedt-Ulzburg. Wir waren sehr gespannt darauf, denn von Frau Breitschädel von der dortigen Gemeindebibliothek war der Anstoß zu dieser Lesereise in den Norden gekommen. Die Gemeindebücherei von Henstedt-Ulzburg und die Buchhandlung, die den Büchertisch organisierte, befanden sich im gleichen Gebäude, und so schauten wir erst einmal in das Buchgeschäft. Just an dem Tag war die Filmausgabe der Wanderhure mit dem Cover und den Bildern vom Film eingetroffen, und da wir dort in einer Reihe mit Alexandra Neldel, Götz Otto und Bert Tischendorf abgebildet sind, wurden wir im Laden sofort erkannt.

Nach einem kleinen Abendessen begaben wir uns in die Gemeindebücherei. Hier war bereits alles für die Lesung vorbereitet. Da Elmar sich bei der Criminale einen Virus eingefangen hatte, war er ein wenig in Sorge, ob seine Stimme durchhalten würde, doch gab es hier keine Schwierigkeiten. Auch die anschließende Fragerunde hielt er erstaunlich gut durch. Viele Fragen galten natürlich dem Film, dessen Ausstrahlungszeitpunkt sich ja immer mehr näherte. Eine Dame hatte Julien Weigend bereits live erlebt hatte und war begeistert, ihn als den Schurken Ruppertus wiedersehen zu können. Auch Alexandra Neldels Part als Marie wurde mit großem Wohlwollen aufgenommen. Natürlich wollten die meisten Zuhörerinnen und Zuhörer auch wissen, wie es mit Lore weitergehen würde. Wir konnten hier auf den Abschlussband der Trilogie hinweisen, der im Sommer nächsten Jahres erscheinen wird. Zu später Stunde löste sich schließlich die Runde auf und nach einem letzten Gespräch mit Frau Breitschädel und deren Kollegin verließen wir Henstedt-Ulzburg mit dem guten Gefühl, dass die Reise in den Norden sich gelohnt hatte.


Die Lesung in Trappenkamp:

Tags drauf am Donnerstag, den 16.09.2010 stand die nächste Lesung auf dem Programm. Trappenkamp rief, und wir waren bereit, diesem Ruf zu folgen.

Wie fast immer bei Lesungen fahren wir den entsprechenden Ort etwas früher an, melden uns bei den Veranstaltern, und fragen nach einem Lokal, in dem wir zu Abend essen können. So war es auch diesmal. Frau Petersen von der Bücherei in Trappenkamp nannte uns ein gutes Restaurant, meinte dann aber etwas besorgt, dass die Anmeldungen für die Lesung zwar für ihre kleine Gemeindebibliothek sehr gut wären, aber wahrscheinlich nicht unseren Vorstellungen entsprechen würde. Wir beruhigten sie dahingehend, dass die genannte Zahl durchaus akzeptabel wäre, und machten uns auf dem Weg, um zu essen. Da bis zur Öffnung das Lokals noch ein paar Minuten blieben, gingen wir unterwegs in einen Supermarkt, um ein paar Kleinigkeiten zu besorgen. Dabei entdeckten wir die ersten Funkzeitschriften, die die Woche mit dem 05.10.2010 abdeckten, und sahen natürlich sofort nach, wie die Wanderhure darin angekündigt wurde. Wir waren mehr als zufrieden, den Film in allen Fernsehzeitungen besonders herausgehoben oder sogar als Tipp des Tages zu finden.

Nach dem Essen kehrten wie in die Bücherei zurück und signierten die Bücher der Zuhörerinnen und Zuhörer, die nun in immer größerer Zahl eintrafen. Frau Petersens Vorhersage wurde um mehr als ein Drittel übertroffen und sie ließ es sich nicht nehmen, dies mit ihrer Kamera zu dokumentieren.

Die eigentliche Lesung ging sehr gut über die Bühne und nach einer Pause, in der die Anwesenden sich stärken konnten, während wir weiter signierten, begann eine muntere Fragerunde, bei der natürlich auch der Film eine bedeutende Rolle spielte. Zu später Stunde wurden schließlich die letzten Bücher signiert und noch einige Gespräche im kleineren Kreis geführt. Eine Dame erzählte, sie würde gerne ihre Memoiren schreiben, fühle sich aber bereits zu alt dafür. Wir rieten ihr, das Ganze langsam und mit Pausen anzugehen, um sich nicht zu erschöpfen. Auch wir würden einen Roman nicht an einem Tag schreiben, sondern die entsprechende Zeit dafür brauchen. Nach einem letzten Schluck Wasser verabschiedeten wir uns schließlich von Frau Petersen und ihren Kolleginnen und verließen Trappenkamp. Hinter uns lag eine gelungene Veranstaltung und die Bestätigung, wie wichtig und wertvoll der Kontakt zu unseren Lesern ist.

Besuch bei Gerit Bertram:

Bis zur nächsten Lesung hatten wir ein paar Tage Zeit, die wir zum Schreiben verwenden wollten, und für Ausflüge. Ein ausgedehntes Sturmgebiet mit heftigen Regenschauern schränkte unsere Pläne stark ein, doch dies hinderte uns nicht, am Samstag unsere Kollegen Iris und Peter zu besuchen, eine Autorin und ein Autor, die ähnlich wie wir zusammenarbeiten und mit „Die Goldspinnerin“ eben ihren ersten Roman unter Gerit Bertram herausgebracht hatten.

Es wurde ein recht angenehmer Nachmittag und Abend. Wir tauschten uns über Verlage aus, besprachen den gerade herrschenden Trend bei historischen Romanen, tranken Kaffee, später auch ein Schlückchen Wein und ein Bier, und ließen uns zunächst Kuchen und am Abend einen kräftigen Eintopf schmecken. Bevor wir schließlich schieden, verabredeten wir uns für die Buchmesse und für einen Gegenbesuch der beiden bei uns im Spätherbst.


Die Lesung in Lauenburg:

Am Montag, den 20.09.2010, fuhren wir nach Lauenburg zur nächsten Lesung. Bei der dortigen Stadtbücherei angekommen, sahen wir zwar die Plakate, die auf unsere Lesung hinwiesen, fanden die Bibliothek selbst aber verschlossen vor. Eine Dame in der im selben Gebäude untergebrachten Weingartenschule wies uns schließlich den Weg in die Aula. Dort waren der Bibliotheksleiter, Herr Patzner, und einige andere Leute gerade dabei, alles für die Lesung vorzubereiten. Von ihnen erfuhren wir, dass so viele Karten im Vorverkauf weggegangen waren, dass die Lesung von der Bücherei in die Aula der Schule verlegt werden musste. Zwar hatten Herr Patzner und seine Crew Schilder aufgehängt, die den Weg weisen sollen, allerdings waren diese für Ortsfremde wie uns nicht eindeutig zu interpretieren. Daher eilte Herr Patzner immer wieder zur Bibliothek, um die Leute, die dort warteten, in die Aula zu weisen.

Wir hatten erst einmal genug zu tun, um Bücher zu signieren. Dabei zeigte es sich, dass wir ein weiteres Mal drei Generationen, nämlich Großmutter, Mutter und Tochter als Zuhörer hatten. Für uns ist das immer ein schönes Zeichen, wenn unsere Romane von Menschen gleich welchen Alters gelesen werden. Bei einer der Lesungen in Schleswig-Holstein erzählte eine Dame, sie hätte ihrer sich gelangweilt fühlenden 80-jährigen Tante die Wanderhure zum Lesen gegeben. Die alte Dame hätte das Buch in Rekordgeschwindigkeit ausgelesen und umgehend die Frage gestellt: „Gibt es da noch was?“

So schnell, wie diese Dame liest, können wir natürlich nicht schreiben, aber wir haben ja immerhin einen hübschen Vorlauf mit bisher vierzehn Iny-Lorentz-Romanen (einschließlich der im Oktober erscheinenden Ketzerbraut), zwei wie Iny-Lorentz-Romane geschriebene Eric Maron-Romane und unsere übrigen Pseudonyme.

Die Lesung selbst war wie alle im Norden sehr schön, was nicht zuletzt an der ausgezeichneten Mikrophonanlage lag, da unsere Stimmen den kühlen und regnerischen Tagen der letzten Zeit Tribut zollen mussten. Wir hielten aber gut durch und als wir zu später Stunde aufbrachen, taten wir dies mit dem Bewusstsein, eine schöne Zeit mit unseren Leserinnen und Lesern verbracht zu haben. Der Männeranteil war in Lauenburg übrigens bei dieser Leserreise am höchsten!

Der darauffolgende Morgen brachte den nächsten Ortswechsel mit sich. Allerdings mussten wir auch diesmal nicht allzu weit zu fahren. Nach zwei Stunden erreichten wir unseren letzten Campingplatz im Norden und hatten erst einmal einen freien Tag für uns.


Die Lesung in Bredstedt:

Am Donnerstag, den 23.09.2010 fuhren wir etwas früher nach Bredstedt, um uns mit Herrn Kreise, dem Vertreter von Droemer-Knaur in Schleswig-Holstein zu treffen. Nach einen angenehmen Gespräch beim Abendessen brachen wir dann zur Bücherei auf. Waren die bisherigen Lesungen auf dieser Reise sehr gut besucht worden, so pendelte sich die Zuhörerzahl diesmal in einem bescheideneren Rahmen ein, was allerdings der Stimmung keinen Abbruch tat. Besonders freuten wir, unseren alten Freund Bernd aus dem Fantasyclub wiederzusehen, bei dem wir vor vielen Jahren Mitglied gewesen waren. Da wegen der Lesung wenig Zeit blieb, sich auszutauschen, verabredeten wir uns für einen der folgenden Tage, um dann auch ein wenig in der Vergangenheit zu schwelgen.

Die Lesung selbst fand ein gutes Echo und der Nachschlag, sprich das Beantworten der Fragen der Teilnehmer, wurde recht munter. Wir erzählten über uns, über unsere Romane, über unsere weiteren Pläne, und natürlich über die Verfilmung der Wanderhure. Als sich der Kreis auflöste, brachen wir Bernd, der mit dem Zug angereist war, mit unserem Dicken nach Hause und kehrten auf den Campingplatz in Schobüll zurück. Die Lesereise nach Norden war damit vorbei. Vor uns lagen mehrere freie Tage, die wir zur Erholung nutzen wollten. Die hatten wir auch nötig, denn sechs Lesungen so kurz hintereinander kosten doch Kraft. Außerdem mussten wir uns wieder um unsere laufenden Projekte kümmern, die auch nicht vernachlässigt werden dürfen.

Ein Ereignis warf jedoch bereits seinen Schatten voraus, und das war die Premiere der „Wanderhure“ in Berlin.


Iny und Elmar Lorentz

Die lange Reise Teil 1: Die Criminale

Bericht
von Iny und Elmar am 10-10-2010

Schon im Vorfeld war uns klar, dass 2010 ein heißer Herbst für uns werden würde. Wir hatten geplant, Anfang September die Criminale, das Jahrestreffen der deutschsprachigen Krimiautoren in der Nordeifel besuchen und anschließend eine Lesereise nach Schleswig-Holstein und Niedersachsen machen. Kurz vor der Buchmesse in Frankfurt stand eine weitere Lesung in Erkrath bei Düsseldorf an, und dann kam die Buchmesse selbst.

Als wir am 05.09.2010 aufbrachen, lagen fünf volle Wochen mit Auto und Wohnwagen vor uns. So lange waren wir seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr unterwegs gewesen und wir fragten uns natürlich, wie wir diese Zeit überstehen würden. Ein Zurück gab es jedoch nicht.

Die ersten beiden Tage in der Nordeifel waren privaten Verpflichtungen gewidmet und danach führte uns unser Weg am 08.09.2010 nach Schleiden-Gemünd im Landkreis Euskirchen, um uns bei der Criminale anzumelden. Nach einem ersten Beschnuppern der bereits angereisten Krimiautoren ging es dann nach Kommern bei Mechernich. Dort fand im Rheinischen Freilichtmuseum die Eröffnungsveranstaltung der diesjährigen Criminale statt. Es wurde eine in allen Belangen gelungene Sache, spritzig, humorvoll und ein wenig skurril, so, wie man es von Krimiautoren erwarten kann.

Freitag und Donnerstag gab es für uns Autoren Fortbildungskurse an verschiedenen Orten, die zumeist von Leuten abgehalten wurden, die zur Verwaltung des Landkreises Euskirchen, aber auch des Landes Nordrhein-Westfahlen gehörten. Für uns war das alles sehr neu und natürlich auch interessant zu sehen, wie wichtig die Criminale von der Gegend, in der sie stattfand, genommen wurde.

Natürlich fanden auch etliche Lesungen statt. Immerhin waren mehr als 180 Krimiautorinnen und –autoren zusammengekommen, und so hatten wir die Qual der Wahl. Wir entschieden uns schlussendlich für eine Lesung während einer Schifffahrt auf dem Rurstausee, bei der zwei Autorinnen lasen, die wir unbedingt persönlich kennenlernen wollten. Mit Ulrike Renk hat Iny bereits seit einigen Jahren in Mailkontakt gestanden, ohne dass sich die Gelegenheit zu einem persönlichen Treffen ergeben hatte, und Beate Maxian wird von der gleichen Agentin vertreten wie wir selbst.

Doch auch zwischen all den Veranstaltungen war es sehr schön, Kolleginnen und Kollegen wiederzusehen oder neue kennenzulernen. Edda Mink und Petra Schier sind hier zu nennen, aber auch Sabine Klewe, Ilka Stitz, Elke Schwab, Rebecca Gablé und viele andere. Als Autor hat man nur selten die Gelegenheit, so lange unter seinesgleichen zu sein, und das wurde intensiv genutzt.

Auch wir waren für eine Lesung eingetragen, und zwar im Wildfreigehege Hellenthal. Es war die letzte Lesung bei der Criminale und prompt spielte uns das unbeständige Eifelwetter einen Streich. Eigentlich hätten wir zusammen mit Elke Schwab und Alexander Pfeiffer unter freiem Himmel am Lagerfeuer lesen wollen, doch der einsetzende Regen vertrieb uns in die Gastwirtschaft des Wildparks. Die war aber recht urig eingerichtet und stellte einen ausgezeichneten Rahmen für eine Lesung dar. Wie fast alle Lesungen bei der Criminale war auch diese sehr gut besucht und die Zuhörer kamen auf ihre Kosten.

Als wir uns gegen 20:00 Uhr verabschiedeten, war die Criminale 2010 für uns Vergangenheit. Es war eine schöne Veranstaltung in angenehmer Atmosphäre und machte Appetit auf die Criminale 2011 in Mönchengladbach


Iny und Elmar Lorentz

Pressetermin in Hamburg

Info
von Iny und Elmar am 25-08-2010

Wir hatten eine Reise nach Irland gebucht und unsere Gedanken galten bereits der grünen Insel und den Stellen, die wir dort aufsuchen wollten. Da schneite uns kurzfristig von Sat1 eine Einladung zu einem Pressetermin in Hamburg ins Haus, und das ausgerechnet für den gleichen Tag, an dem wir nach Dublin fliegen wollten.

Bedauernd sagten wir zunächst ab. Dann aber machte unsere Filmagentin Isabel den Vorschlag, wir könnten die Flüge doch umbuchen lassen und über Hamburg nach Irland fliegen. Etliche Telefongespräche und E-Mails später war alles erledigt. Wir brauchten nur noch unsere Sachen zu packen und uns am 12.08.2010 auf den Weg zum Flughafen zu machen.

Der Flug nach Hamburg verlief planmäßig und glatt, ebenso die Taxifahrt zum Hotel. Als wir dort beim Einchecken gleich auf Petra Hinteneder von Sat1 trafen, waren wir auch in dieser Hinsicht angekommen.

Amüsant war, dass die Dame an der Rezeption wegen unserer T-Shirts glaubte, wir wären ein Schamanenpaar. In gewisser Weise sind wir dies auch, nämlich Schamanen des geschriebenen Wortes.

Der Abend begann mit einem Platzregen und einer angenehmen Überraschung. Alexandra Neldel war ebenfalls bereits eingetroffen und so saßen wir in gemütlicher Runde zusammen und ließen den Film und unseren Besuch bei Dreh in Ungarn Revue passieren. Außerdem wünschten wir uns alle genug Zuschauer bei der Ausstrahlung, damit Alexandra nach der Wanderhure vielleicht auch die Kastellanin darstellen kann.

Zu später Stunde verabschiedete Alexandra sich. Wir saßen noch ein wenig mit Petra Hinteneder zusammen und ließen den Tag gemütlich ausklingen.

Mit der Gemütlichkeit war es am nächsten Tag jedoch vorbei. Wir hatten sieben Termine auf unserer Liste und mussten der versammelten Presse Rede und Antwort stehen. Die meistgestellte Frage war natürlich, wie uns der Film gefallen habe. Die Antwort war, dass wir einfach begeistert von der Umsetzung unseres Romans und von der grandiosen Leistung der Schauspieler sind.

In einer kleinen Pause sprachen wir noch mit Götz Otto, doch dann wurde es für uns langsam Zeit, zum Flughafen aufzubrechen, um den Flug nach Dublin zu erwischen. Viel Zeit blieb uns nicht mehr, doch konnten wir uns noch von Alexandra verabschieden. Während wir unser Pensum bei diesem Pressetermin erfüllt hatten, stand ihr noch ein langer Nachmittag bevor. Dafür wünschten wir ihr alles Gute und verließen das Hotel in dem Bewusstsein, trotz aller Journalistenfragen etliche ebenso angenehme wie aufregende Stunden verbracht zu haben.

Iny und Elmar Lorentz

Neuigkeiten vom August 2010

Info
von Iny und Elmar am 11-08-2010

In wenigen Tagen ist für uns die Sommerpause endgültig vorbei. Eine wirkliche Pause war es ja nicht. Schließlich mussten wir ganz normal weiterschreiben, und unser Terminkalender war auch nicht gerade leer. Wir hatten auch mehrfach Verlagsgrößen von Droemer-Knaur zu Gast, die sich bei uns "Die Wanderhure" angesehen haben. Alle waren von dem Film begeistert und bewunderten vor allem Alexandra Neldel in der Rolle der Marie. Einige Besucher kannten sie bis jetzt nur aus Vorabendserien und waren sehr erstaunt zu sehen, was für eine ausgezeichnete Charakterdarstellerin sie ist.

             DIE WANDERHURE – Der Film
In den nächsten Tagen haben wir die große Freude, Alexandra Neldel, aber auch Nadja Becker, Elena Uhlig, Bert Tischendorf, Götz Otto, Thure Riefenstein und den Regisseur Hanjörg Thurn in Hamburg wiederzusehen. Dies ist für uns auch die Gelegenheit, allen für einen wundervollen Film zu danken.
Laut unseren letzten Informationen läuft "Die Wanderhure" am
           05.10.2010

           um

           20:15 Uhr

           bei

           SAT1



Iny Lorentz:

Mit "Aprilgewitter" ist der zweite Teil der Trilogie um Lore von Trettin und ihre Freundin Nathalia erschienen. Der Roman steht mittlerweile seit sechs Wochen auf der Bestsellerliste. Wir danken allen unseren Leserinnen und Lesern für diesen grandiosen Erfolg!

Rechtzeitig zur Buchmesse und zum Film wird es eine Sonderausgabe von "Die Wanderhure" geben. Auf dem Cover ist die unvergleichliche Alexandra Neldel als Marie zu sehen. Dazu gibt es Bilder aus dem Film und einen kleinen Beitrag von uns über den Weg der Wanderhure Marie von der ersten Idee über das Buch bis hin zum fertigen Film.

Vergessen wollen wir auch nicht das Iny-Lorentz-HC des Jahres. Am 22.10.2010 erscheint "Die Ketzerbraut" und führt uns in eine der interessantesten Zeiten unserer Geschichte ein.

Inzwischen ist auch die tschechische Ausgabe der Tochter der Wanderhure erschienen. Es ist der sechste Iny-Lorentz-Roman, der ins Tschechische übersetzt worden ist.

Nicola Marni:

Hier steht das zweite Abenteuer von Torsten Renk an. Auch diesmal hat unser Held es mit hartgesottenen Schurken zu tun, die über Leichen gehen, um ihr Ziel zu erreichen. Außerdem erwarten ihn einige Überraschungen in seiner Dienststelle. Der Roman heißt "Die geheime Waffe" und erscheint am 27.09.2010 bei Page & Turner.



Mara Volkers:

Hier ist vor kurzem bei Piper mit "Die schwarze Königin" unser erster Urban-Fantasy-Roman erschienen. Er spielt in Wien und bringt uns die Mitglieder eines ganz exklusiven Clubs nahe, die in der Stadt des Walzers und der Lipizzaner allerdings wenig Sinn für Touristenherrlichkeit aufbringen können.



Weitere Aussichten:

Die Arbeiten an den Romanen für 2011 gehen planmäßig voran. Bei Iny Lorentz wird im Sommer 2011 der Abschlussband der Trilogie um Lore von Trettin und Nathalia von Retzmann unter dem Titel "Juliregen" erscheinen. Darin gibt es ein Wiedersehen mit guten alten Bekannten.

Der dritte Roman über Torsten Renk ist mittlerweile fertig und ebenfalls für 2011 eingeplant.

Bei Mara Volkers haben wir inzwischen den zweiten Urban-Fantasy-Roman geschrieben. Allerdings ist uns hier der Erscheinungstermin noch nicht bekannt. Übrigens wird mit "Die Reliquie" der erste Band unserer Teufelstrilogie in einer sehr schönen Ausgabe bei Piper wieder aufgelegt.

Damit wünschen wir allen unseren Leserinnen und Lesern weiterhin viel Vergnügen beim Lesen.



Iny und Elmar

alias

Iny Lorentz
Nicola Marni
Mara Volkers
Diana Wohlrath

Lesung in Haag in Oberbayern

Lesung
von Iny und Elmar am 24-06-2010

Auch wenn das Wetter derzeit noch nicht darauf hindeutet, so nähert sich langsam doch die Ferienzeit und wir wollen in den nächsten Wochen ein wenig kürzer treten. Nun stand noch die letzte Lesung dieser recht arbeitsreichen Frühjahrssaison auf dem Plan. Diese fand in der katholischen Bücherei des Marktes Haag in Oberbayern statt. Für uns bedeutete das eine angenehm kurze Anreise und keinerlei Übernachtung, da wir hinterher nach Hause fahren konnten.

Frohgemut machten wir uns am 18.06.2010 Nachmittag auf den Weg, holten unsere Freundin Ingeborg ab und richteten die Nase unseres Dicken ostwärts. Wie immer am Freitag um die Zeit herrschte ein reger Feierabendverkehr und wir waren bald froh, einen genügend großen Zeitpuffer eingeplant zu haben. Daher kamen wir gerade noch rechtzeitig an. Nein, nicht zum Lesen, sondern erst einmal, um zu essen. Hungrig lesen wir nämlich nicht so gerne, außerdem unterhalten wir uns gerne mit jemand aus dem Veranstalterteam, um uns ein wenig warm zu reden.

Kurz vor 19:00 Uhr kamen wir dann im Pfarrsaal von Haag an, haben uns auf unsere Plätze gesetzte und begonnen, die ersten Bücher zu signieren. Mit der Zeit füllte sich der Raum und es stellten sich immer mehr Leute in die Schlange, um sich eine Widmung in ihr Buch schreiben zu lassen. Da Elmars Schwester mit einem Auto voll Bekannten aus ihrem Heimatdorf erschienen war, fand diese Lesung unter den kritischen Augen von Verwandten statt.

Da immer noch ein paar Bücher zu signieren waren, ging die Lesung selbst mit ein paar Minuten Verspätung los. Wir lasen aus Dezembersturm, wofür das kühle und regnerische Wetter eine passende Kulisse bildete, und erzählten von den Bedingungen, unter denen die Rettung der Überlebenden der "Deutschland" stattfand, und von den Folgen für die Schifffahrt.

Nach einer Pause, bei der sich alle stärken konnten bis auf uns, denn wir mussten wieder Bücher signieren, folgte eine recht muntere Fragerunde. Die Zuhörer wollten wissen, wie es mit Lore, Nathalia und Fridolin weitergeht, und da konnten wir auf Aprilgewitter verweisen, das in wenigen Wochen erscheinen wird, und auf den dritten Band der Trilogie, an dem wir gerade arbeiten.

Natürlich gab es auch Fragen zur Verfilmung der Wanderhure, die wir gerne und ausführlich beantworteten. Es war ein ebenso interessanter wie angenehmer Abend, der uns viel Spaß gemacht hat. Als wir schließlich das Zeichen zum Ende gaben, war die Zeit bereits fortgeschritten. Elmars Schwester und ihre Begleiterinnen verabschiedeten sich nun ebenfalls, und auch wir stiegen nach letzten Gesprächen in unseren Dicken und lenkten ihn Richtung Heimat.

Auch wenn derzeit auf unserer Homepage keine neuen Lesungen stehen. Es sind bereits wieder welche geplant, und die werden uns in einen Teil unseres Landes führen, in dem wir bislang noch nicht gelesen haben. Dann aber wird der Dezembersturm einem Aprilgewitter gewichen sein.

Iny und Elmar

Sachsen 2010

Bericht
von Iny und Elmar am 21-06-2010

Im Frühjahr dieses Jahres erreichte uns die Anfrage, ob wir bei dem vom 08.06.2010-13.06.2010 stattfindenden Literaturfest in Meißen teilnehmen könnten. Allerdings wollten wir nicht einfach nach Sachsen hochrasen, lesen, und wieder verschwinden. Daher beschlossen wir, ein paar Tage früher anzureisen und so wie in jenen Zeiten, in denen wir noch arbeiten gingen, einen kleinen Schreiburlaub zu machen. Dies hieß für uns, am Vormittag zwei bis drei Stunden zu schreiben, und uns den Rest des Tages etwas anzusehen.

Auch wollten wir bei dieser Reise unsere Verlags-Kollegin Sabine Ebert in Freiberg besuchen. Etliche E-Mails gingen hin und her, in denen Sabine uns auf ihre Lesung in Altzella bei Nossen aufmerksam machte. Das, was sie darüber berichtete, machte uns neugierig, und so fuhren wir am Freitag, den 04.06. frühmorgens los. Ziel war der Campingplatz in Kleinröhrsdorf, der uns zwar längere Anfahrtswege nach Nossen, Freiberg und Meißen bescherte, aber auch ausgezeichnete Facilities und vor allem Ruhe. Zuhause werden wir derzeit nämlich von Baulärm geplagt und das macht die Arbeit nicht immer zum Vergnügen.

Wir kamen gut an und konnten unseren Wohnwagen mit Hilfe einiger Platznachbarn auf den Stellplatz schieben. Das Auto war uns keine Hilfe, denn der Boden war durch die starken Regenfälle der vorhergegangenen Tage so aufgeweicht, dass die Räder durchdrehten. Ein wenig hatten wir Angst, das Wetter könnte regnerisch bleiben und unser Platz sich in eine Schlammwüste verwandeln. Doch an dem Tag blieb es trocken und so brachen wir am späten Nachmittag nach Altzella auf. Dort angekommen mussten wir Sabine nicht einmal suchen, denn wir stießen direkt auf sie. Es blieb eine halbe Stunde Zeit, sich hinzusetzen, eine Kleinigkeit zu essen und etwas zu trinken. Während Sabine anschließend die Vorbereitungen für ihre Lesung traf, schlenderten wir über das Klostergeländer, unterhielten uns mit der Buchhändlerin und einigen Fans, und stiegen schließlich die Treppe in den Saal hoch, in dem Sabine lesen würde.

Diese hatte uns nicht zu viel versprochen. Es wurde eine runde Sache mit Lesung, Harfenspiel und zwei mittelalterlich gewandeten Gruppen, die den Zuhörern einen Einblick in die Kleidungssitten jener Zeit gaben. Allerdings braucht man, um so etwas auf die Beine zu stellen, etliche willige Helfer. Diese hatte Sabine bei dem Verein Kultur in Nossen, kurz KUNO genannt, gefunden.

Anschließend gab es noch ein Feuerspektakel, von dem wir aber nur den Anfang mitbekamen, da der lange Anfahrweg nach Sachsen seinen Tribut forderte und wir uns zurück zum Campingplatz und in unsere Betten sehnten. Es wäre ein vollends geglückter Tag geworden, hätte nicht die Speicherkarte unserer Kamera zuletzt den Dienst aufsagt. Leider waren damit alle in Altzella geschossenen Fotos im Nirwana entschwunden.

Zu erwähnen ist noch, dass uns zwei Tage vor unserer Abfahrt die Druckfahnen für die "Schwarze Königin", die bei Piper erscheinen wird, ins Haus geschneit sind. Diese mussten wir unterwegs durchsehen und im Computer Notizen machen, damit die Änderungen nach unserer Rückkehr sofort auf elektronischen Weg zum Verlag gehen konnten. Dort hatte man nämlich nur noch einen Tag, um sie einzutragen.

Der Samstag sah uns daher mit den Druckfahnen beschäftigt. Auch Sonntag ackerten wir diese durch, fuhren aber am Nachmittag nach Radebeul, um uns das Karl-May-Museum anzusehen. Wir fanden es sehr interessant, aber auch lehrreich, sowohl was die Ausstellung über die nordamerikanischen Indianer, aber auch Karl Mays Leben selbst betraf.

Montag gab es nach dem Frühstück Druckfahnen und nach dem Mittagessen Presse. Unsere Kollegin Bettina Hennig ("Luise, Königin aus Liebe") arbeitet für die Neue Post und hatte wegen eines Interviews bei uns angefragt. Unser Vorschlag, dies in der Nähe von Dresden im Wohnwagen zu machen, hatte sie begeistert aufgenommen, und so saßen wir mit ihr und einem Fotoreporter zusammen und beantworteten ihre Fragen. Hinterher wurden noch Fotos geschossen, dann verabschiedeten sich die beiden und wir kehrten zu unseren Druckfahnen zurück.

Für Dienstag hatten wir unseren Besuch bei Sabine Ebert in Freiberg geplant. Das Wetter versprach durchwachsen zu werden, trotzdem hofften wir, es würde Sabine und uns gelingen, die ins Auge gefasste Stadtführung durchzuführen. Wir schafften es auch, allerdings vertrieb uns einsetzender Regen mehrfach in ein Cafe oder Restaurant. Es war trotz des nassen, himmlischen Segens ein Nachmittag in einer wunderbaren Atmosphäre und als wir uns verabschiedeten, drückten wir Sabine sämtliche Daumen für die letzten, wenigen Seiten, die sie noch am vierten Hebammen-Roman zu schreiben hatte.

Der Mittwoch sah uns bei tropischen Temperaturen in Dresden. Zwar blieb auch hier ein kräftiger Schauer nicht aus, doch den überstanden wir unter dem großen Schirm eines Biergartens und ließen uns derweil das Essen schmecken.

Auch der Donnerstag zählte zum touristischen Programm, denn wir unternahmen mit einem der sächsischen Seitenraddampfer eine Schifffahrt auf der Elbe durch das Elbsandsteingebirge. Dabei fachsimpelten wir über Dezembersturm und die Rettung der Passagiere der 'Deutschland' durch den Seitenradschlepper 'Liverpool', der noch kleiner als dieser Ausflugsdampfer gewesen ist.

Am Freitag, denn 11.06.2010 begann auch für uns das Literaturfest in Meißen. Nach dem obligatorischen Druckfahnenkorrigieren brachen wir vom Campingplatz auf, fuhren nach Meißen, und suchten dort erst einmal nach einem Parkplatz. Als einer gefunden war, kam unser Handy zu Ehren. Wir hatten uns nämlich mit Heidi Rehn ("Die Wundärztin") verabredet und mussten diese erst finden. Auf dem Weg zum Treffpunkt stießen wir aus Zufall auf Renate Doms ("Geschichten aus dem Wuddelwald") und deren Verleger Steffen Knabe. Kurz darauf stieß auch Heidi hinzu und wir setzten uns am Markt zu fünft unter einem großen Sonnenschirm, aßen, tranken und hörten den von dem Meißener Landrat Arndt Steinbach gelesenen "Geschichten aus dem Schlaraffenland" zu.

Um 19:00 Uhr war Heidi mit ihrer Lesung aus "Die Wundärztin" an der Reihe. Sie machte ihre Sache ausgezeichnet und begeisterte uns und die zahlreich erschienenen Bücherfreunde. Ein kleiner Umtrunk beschloss schließlich den lauen Sommerabend, dann kehrten wir zu unserem Campingplatz zurück.

Samstagmorgen erledigte Elmar den Rest seiner Arbeit an den Druckfahnen. Am frühen Nachmittag brachen wir wieder nach Meißen auf, stellten dort unseren Dicken ab, und schlenderten durch die Stadt. An vielen Stellen wurden Lesungen gehalten, doch wir konzentrierten uns auf vor allem auf den Markt, da wir dort selbst lesen würden. Zuerst aber meldeten wir uns bei den Organisatoren an, warfen einen kurzen Blick auf den Büchertisch, und entdeckten dabei auch ein Buch unserer langjährigen Freundin Uschi Zietsch. Noch während Iny sagte, dass wir Uschi unbedingt zu einem Buchtausch überreden müssten, betraten wir ein Lokal, und sahen Uschi vor uns. Wir hatten uns zwar das Programm des Literaturfestes besorgt, trotzdem war uns entgangen, dass auch Uschi dort lesen würde. Umso größer war die Freude, sie hier zu sehen.

Als wir uns dann wieder dem Markt annäherten, um selbst zu lesen, trafen wir in rascher Folge auf Susan Hastings ("Der Wollhändler", "Der schwarze Magier"), Tanja Kinkel und deren Vater, sowie Ulf Schiewe ("Der Bastard von Tolosa") und dessen Frau. Zeit, lange mit allen zu reden, blieb leider nicht, denn das Programm rief uns auf die Lesebühne.

Im Gegensatz zu den vorhergegangenen Tagen war es am Samstag kühl und regnerisch. Wir hatten jedoch Glück und konnten in einer Regenpause lesen. Erst als es hinterher ans Signieren ging, wurden die himmlischen Schleusen wieder geöffnet. Allerdings konnten wir uns unter das Zeltdach des Bücherstandes retten und dort die Bücher der Fans signieren, die in einer erstaunlich langen Schlange anstanden.

Für Tanja Kinkel, die nach uns lesen musste, war der Regen unangenehm. Zwar war sie selbst halbwegs geschützt, und auch der größte Teil der Zuhörer konnten sich unter zwei großen Schirmen zusammendrängen. Trotzdem blieb dem einen oder anderen nichts anderes übrig, als den eigenen Regenschirm aufzuspannen, oder sich unter den seines Nachbarn zu flüchten.

Der Regen, aber auch der Hunger, trieb uns zusammen mit Heidi Rehn in ein Lokal. Nachdem wir uns gestärkt hatten, wagten wir uns wieder ins Freie, um die Lesung Julia Freidanks mitzuerleben, die die Abenteuer der "Gauklerin von Kaltenberg" zum Besten gab und die Zuhörern neben dem Text auch mit ihren Fähigkeiten im Schwertkampf und ihrer ausgezeichneten Singstimme begeisterte.

Später am Abend hatte Dorit Kostall für die Autoren des Autorenforums Montsegur einen Tisch in einem Lokal reservieren lassen. Auch uns verlockte es, hinzugehen, doch ein Blick auf die Uhr hielt uns davon ab. Wir mussten am nächsten Morgen früh aufbrechen, damit Iny zu Hause die Zeit hatte, die Änderungen für die Druckfahnen zu kontrollieren und sie per E-Mail an den Piper-Verlag zu schicken.

Hinter uns blieben eine schöne Stadt und ein ebenso schönes Literaturfest zurück, dass uns sehr viel Spaß gemacht hat. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, werden wir gerne wieder in Meißen lesen. Wer weißt, vielleicht sogar auch aus dem Roman, dessen Druckfahnen uns nach Sachsen begleitet haben.

Iny und Elmar

Neuigkeiten vom 17.06.2010

Info
von Iny und Elmar am 16-06-2010

Und wieder gibt es gute Nachrichten zu vermelden. So hat es das Taschenbuchausgabe „Die Tallinn-Verschwörung“ auf Platz 36 der Bestsellerliste geschafft. Für uns ist dies ein Riesenerfolg auf dem hart umkämpfen Thrillermarkt, und zudem der erste Roman mit einem anderen Pseudonym als Iny Lorentz, mit dem wir auf die Liste gelangt sind. Insgesamt haben wir dies jetzt mit zwölf Romanen geschafft, elf unter Iny Lorentz, einen unter Nicola Marni. Außerdem ist es das achtzehnte Buch, da von unseren Iny-Lorentz-Hardcovern auch die Taschenbuchausgaben auf die Harenberg-Bestsellerliste gekommen sind.

Damit können wir mehr als zufrieden sein und bedanken uns bei all unseren Fans für das Vertrauen, das sie uns erwiesen haben und hoffentlich auch in Zukunft erweisen.

Wir sind aber nicht nur in Deutschland erfolgreich. Die im Mai erschienene Polnische Ausgabe „Die Tochter der Wanderhure“ ist in Polen auf Anhieb auf Platz 34 der dortigen Bestsellerliste eingestiegen, und ist damit den Spuren von „Die Wanderhure“ und „Die Kastellanin“ gefolgt.

Die Tochter der Wanderhure war übrigens unser fünfter Roman, der nach Polen übersetzt worden ist. Im Herbst wird der sechste erscheinen. Damit steht Polen an der Spitze der Übersetzung von Iny-Lorentz-Romanen.

Mittlerweile liegt auch das Lesen der die Druckfahnen von „Die Schwarze Königin“ bei Piper hinter uns. Damit kann der Roman zum vorgesehenen Zeitpunkt erscheinen. Es ist ein Roman, wie ihn unsere Leser bisher nicht von uns kennen. Doch um kontinuierlich gut schreiben zu können, ist Abwechslung für uns unabdingbar. „Die Schwarze Königin“ hat uns sehr viel Spaß gemacht und wir würden uns freuen, wenn dies auch bei unseren Leserinnen und Lesern so herüberkommt.

Eure

Iny und Elmar

DeLiA 2010 in Linz

Bericht
von Iny und Elmar am 07-06-2010

Nach tagelangem sorgenvollen Blick auf die Wettervorhersage machten wir uns am 27.05.2010 bei Regenwetter auf den Weg nach Linz zu den Liebesromantagen von DeLiA, der Vereinigung der deutschsprachigen Liebesroman-Autorinnen und –Autoren. Schon im Vorfeld waren die Erwartungen an dieses Ereignis enorm gewachsen, doch das Wetter schien uns einen Strich durch die Rechnung machen zu wollen. Allen Wetterberichten zum Trotz klarte es jedoch kurz vor Linz auf und wir vermochten unseren Wohnwagen auf dem Campingplatz aufzustellen, ohne durchweicht zu werden. Auch als wir uns zu dem vereinbarten Treffpunkt im Stadtzentrum aufmachten, blieb wider Erwarten alles trocken.

Es war schön, bekannte Gesichter wiederzusehen und neue Mitglieder von DeLiA kennenzulernen. Es blieb jedoch nicht viel Zeit für Unterhaltungen, denn am Abend war eine Lesung bei Thalia in der Landstraße anberaumt und wir wollten vorher noch eine Kleinigkeit essen. In einem kleinen Café in der Nähe wurden wir schließlich fündig und erlebten gleich etwas Amüsantes. Wir hatten bereits unsere Namensschilder angesteckt, und so wurde Iny von einer Angestellten im Café gefragt, ob sie wirklich die Iny Lorentz wäre. Die Frau ist ein großer Fan unserer Romane und freute sich sehr, uns zu sehen. Wir gaben ihr und einer Freundin Autogrammkarten und hatten gleichzeitig den Ort gefunden, an dem wir an den beiden folgenden Tagen vor Beginn der eigentlichen Veranstaltungen einen schnellen Latte macchiato trinken konnten.

Danach ging es weiter zu Thalia. Dort war bereits alles für die Lesung vorbereitet und wir konnten unsere Österreichpremiere feiern. Wir hatten zwar schon in Italien und Belgien gelesen, aber noch nie in der Alpenrepublik. Gewünscht war Dezembersturm und wir gaben einen kleinen Einblick in die Abenteuer Lores, Natis und Fridolins, bis dann die Fragerunde begann. Elmar stellte neben unseren Iny-Lorentz-Romanen auch die neuesten, unter anderen Pseudonymen veröffentlichten Werke vor. In dem Augenblick meldete sich eine ältere Dame und erklärte, sie würde eben "Die Tallinn-Verschwörung" lesen und sei vollkommen begeistert davon. Ihr Lob fiel bei den übrigen Zuhörern auf fruchtbaren Boden, denn in der Folge durften wir ebensoviele Tallinn-Verschwörungen signieren wie Dezemberstürme.

Als wir nach der Lesung die Thalia-Filiale verließen, glänzte der Gehsteig nass, doch die Schleusen des Himmels waren bereits wieder geschlossen. Gemeinsam mit Edda Minck, die uns zu Thalia begleitet hatte, gingen wir zu dem kleinen Lokal, an dem sich die nach Linz gekommenen DeLiA-Mitglieder nach den einzelnen Lesungen treffen wollten. Es lasen ja nicht nur wir, sondern eine ganze Reihe zumeist bekannter Autorinnen, unter anderem Kerstin Gier, Charlotte Thomas, Marie Cristen, Ricarda Martin, Angeline Bauer, Gabriele Galvani, Britta Sabbag, Irene Seydlitz, Nora Berger, Katerina Timm, Brigitte Johann, Renate Orner, Katryn Berlinger und Tania Krätschmar. Einige von ihnen befanden sich bereits im Lokal und grübelten über der Speisekarte. Hier bewahrheitete sich das Wort, dass Deutschland und Österreich nichts mehr trennt als die gemeinsame Sprache. Im Besonderen ging es hier um Frankfurter Würstel mit Gebäck. Während heiß diskutiert würde, ob damit nun Haselnussringe oder Blätterteigtaschen gemeint wären, brachte unser einheimisches Mitglied und Veranstalterin der DeLiA-Tage Ingeborg Rauchberger die Erleuchtung. In Österreich wird dasjenige Gebäck genannt, was in unseren Breitengraden je nach Landstrich als Brötchen, Semmel, Rundstück oder Schrippe bekannt ist.

Nach einiger Zeit verließen wir die fröhliche Runde, deren Sitzfleisch stärker ausgeprägt war als das unsere, um zum Campingplatz zurückzukehren. Nach einer viel zu kurzen Nacht rief uns der Wecker aus unseren Träumen und wir mussten uns sputen, um noch rechtzeitig zu unserem Latte macchiato und danach zu der anberaumten Pressekonferenz zu kommen. Auch hier hatte Ingeborg Rauchberger, die als Sophia Farago Regency-Romane und als Sophie Berg amüsante Gegenwartsromane schreibt, alles exzellent vorbereitet. Es wurde eine recht muntere Fragerunde, bei der außer Sophia und uns auch Kerstin Gier und Rebecca Michele, die Präsidentin von DeLiA den Journalisten Rede und Antwort standen.

Anschließend begann das touristische Programm. Es begann mit einer Stadtrundfahrt, für die den versammelten DeLiAs samt Anhang ein kleiner, gelber Zug zur Verfügung stand. Danach ging es mit der steilsten Straßenbahn Europas auf den Pöstlingsberg. Dort tauchten wir der Grottenbahn in eine illuminierte Märchenwelt ein, die wir erst wieder verließen, als uns der Hunger ins Restaurant trieb. Die Stadt Linz hatte sich großzügig gezeigt und uns zum Essen eingeladen. Als Gastgeberin fungierte Frau Dr. Christine Dolezal, die Vizebürgermeisterin von Linz.

Kaum hatten wir uns gestärkt, scheuchte uns das Programm in einen Nebensaal des Restaurants. Dort fand die Jahresversammlung von DeLiA statt, die diesmal erfreulich flott von der Bühne ging. Allerdings war dies kein Wunder, denn wir mussten zu einer ganz bestimmten Zeit mit der Pöstlingsbahn wieder in die Stadt hinunterfahren, um rechtzeitig zum Galaabend mit der Verleihung der Delia für den besten Liebesroman des Jahres 2009 zu kommen.

Hier zeigte sich, wie Ingeborg Rauchberger eine solche Veranstaltung zu organisieren versteht. Es war ihr nicht nur gelungen, die VKB-Bank als Sponsor für den Galaabend zu gewinnen. Die Feier selbst fand auch im Veranstaltungscenter der VKB-Bank statt, und zwar in denselben Räumen, in denen Frau Dr. Ingeborg Rauchberger vor genau zehn Jahren zu Oberösterreichs Managerin des Jahres 2000 gewählt worden war. Der Galaabend kann im Grunde nur mit einem einzigen Wort beschrieben werden: grandios! Die 300 Sitze waren bis auf den Letzten gefüllt und es waren etliche Vertreterinnen der weiblichen politischen und unpolitischen Prominenz des Bundeslandes Oberösterreich erschienen, aber auch viele Herren in feinem Zwirn. Dr. Albert Wagner, der Direktor der VKB-Bank, hielt selbst die Eröffnungsrede. Anschließend begrüßte die stellvertretende Landtagspräsidentin die Gäste, die DeLiAs und natürlich unsere neun für den Preis nominierten Autorinnen Marie Cristen, Isrun Lorenz, Lena Falkenhagen, Edda Minck, Charlotte Thomas, Corinna Kastner, Stefanie Gerstenberger, Tania Kretschmar und Beate Rygiert.

Auch das Rahmenprogramm war vom feinsten. Die Sängerin Elisabeth Jahrmann trug zum Programm passende Lieder vor und bezauberte damit ebenso wie die Dame am Klavier die Zuhörer, Ingeborg Rauchberger brillierte als Moderatorin und stellte unter anderem mit Kerstin Gier die Königin des amüsanten Liebesromans vor. Kerstin gab auch gleich eine Kostprobe ihres Könnens und bot einen weiteren Höhepunkt dieses Abends. Auch wir wurden von Ingeborg Rauchberger aufs Podium gebeten und interviewt. Hier ging es vor allem um die Verfilmung der Wanderhure und deren österreichische Geburtshelfer, von dem Koproduzenten und Oscar-Gewinner Josef Aichholzer angefangen über die SchauspielerInnen Agathe Taffertshofer, Julian Weigend, Gregor Seberg und Miguel Herz-Kestranek bis hin zu den Drehorten auf Burg Rappottenstein in Niederösterreich und Schloss Tratzberg in Tirol.

Die bekannte oberösterreichische Autorin Monika Krautgartner gab einen Einblick in die Mundartdichtung ihrer Heimat, und zwischen den einzelnen Autoren trat immer wieder Elisabeth Jahrmann auf, um uns in die Welt der Musik zu entführen. Allmählich wurde es jedoch ernst. Als Erstes wurden die Sieger des Kurzgeschichtenwettbewerbs gekürt. Ingeborg Rauchberger hatte mit maximal 100 Einsendungen gerechnet, doch es wurden über 800 darauf. Die Gewinnerin erhielt einen Scheck und die Gewissheit, dass ihre Geschichte in der renommierten österreichischen Frauenzeitschrift 'Welt der Frau' veröffentlicht wird.

Nach einem weiteren Lied erreichte die Spannung schließlich ihren Siedepunkt. Die neun nominierten Autorinnen wurden aufs Podium gebeten und erhielten erst einmal kleine Geschenke. Wie bei der Oscar-Verleihung wurden dann die Kuverts geöffnet. Den dritten Platz erreichte Corinna Kastner mit dem Fantasy-Roman "Die geheime Kammer". Zweite wurde Stefanie Gerstenberger mit "Das Limonenhaus" und Gewinnerin Lena Falkenhagen mit "Die Lichtermagd". Neben der Statue der DeLiA, etwas zierlicher und hübscher als der Oscar, konnte Lena auch das Preisgeld in Höhe von 1.000,- € und den frenetischen Applaus der Anwesenden entgegennehmen. Natürlich musste sie aus ihrem Siegerroman vorlesen. Sie wählte eine ebenso interessante wie kurze Szene, um die Zeit bis zur Eröffnung des Büffets nicht zu lang werden zu lassen.

Die nächsten Stunden vergingen mit Essen, Trinken und vielen, angenehmen Gesprächen. Irgendwann verabschiedeten wir uns, holten unseren Dicken aus dem Parkhaus und steuerten den Campingplatz an.

Der Samstag begann ebenfalls viel zu früh, doch ein Latte macchiato in unserem Café brachte den Kreislauf wieder in Schwung und so kamen wir halbwegs munter in das Barockhäuschen am Dom, das DeLiA für die Workshops zur Verfügung gestellt worden war.

Zuerst trug unsere Ingeborg Rauchberger alias Sophia Farago und Sophie Berg mit dem ihr eigenen Charme und Witz ihre Gedanken und Anekdoten zur Organisation der DeLiA-Liebesromantage vor.

Anschließend berichtete Gabriela Galvani über die Geschichte des historischen Romans. Wir wussten es, aber für andere war es neu, dass die deutsche Autorin Benedikte Naubert Anfang des 19. Jahrhunderts die ersten historischen Romane geschrieben hat. Ihre Werke wurden auch nach Frankreich und England übersetzt. Dort kam ein schottischer Jurist damit in Berührung und beschloss, ebenfalls historische Romane zu schreiben. Er tat es so erfolgreich, dass er heutzutage als der Erfinder des historischen Romans gilt, wurde später als Sir Walter Scott geadelt und lebte schließlich in einem schottischen Schloss.

Nach dem Mittagessen referierte Angeline Bauer über das Thema, "Wie schaffe ich es, meine Welt zu verlassen und in die Welt meiner Figuren einzusteigen". Es war ein sehr interessanter Vortrag, der nicht zuletzt beim überraschend zahlreich erschienenen Publikum großen Anklang fand.

Im nächsten Workshop brachte Ulrike Dietmann den Zuhörern nahe, wie man die handelnden Personen eines Romans mit Leben, sprich mit Emotionen erfüllt, damit sie glaubhaft wirken.

Monika Krautgartner hatte ihren Workshop "Literarisches Blindgängertum im Umgang mit Eros, Sex und der Liebe" genannt. Es wurde eine recht amüsante Diskussion daraus, in der etliche der anwesenden Autorinnen ihre eigenen Erfahrungen zu diesem Thema einbrachten.

War Monika Krautgartners Workshop bereits humorvoll, war es dann ein Genuss zu hören, wie Kerstin Gier ihre Lesungen unterhaltsam gestaltet. Sie sprach aus der Erfahrung von über 100 Lesungen und gab dabei auch Einblicke über den Kontakt zu Lokaljournalisten. Am Ende waren alle Zuhörer der Meinung, dass ein Vortrag über die Begegnung mit Lokaljournalisten das ideale Thema für Kerstin bei den Liebesromantagen 2011 wäre.

Zwischendurch gab es Buchverlosungen und Gespräche mit Kolleginnen und Fans. Insgesamt waren die Workshops alle sehr gut gelungen und erwecken Vorfreude auf die im nächsten Jahr.

Haben wir bereits erwähnt, dass auch an diesem Tag die angekündigten Regenschauer überall fielen, nur nicht in Linz? Wir haben keine Ahnung, welche Verbindungen Ingeborg Rauchberger spielen hat lassen, um den Liebesromantagen so schönes Wetter zu garantieren, aber sie müssen unglaublich gut gewesen sein.

Der Abend brachte dann mit einer Schifffahrt auf der Donau noch einmal touristisches Programm, das gleichzeitig dem geselligen Beisammensein diente. Das Wetter war herrlich, der Wein ausgezeichnet und das Büffet liebevoll zusammengestellt. Wir saßen mit Corinna und Jörg Kastner, Birgit Fuchs, deren Ehemann sowie Andrea Klier an einem Tisch, sahen die Ufer der Donau an uns vorbeiziehen, und sprachen über Gott und die Welt und vor allem über Verlage.

Zu später Stunde kehrte unsere "Apollo" in den Winterhafen von Linz zurück. Auch hier gab es eine – für die davon betroffenen Personen nicht ganz so amüsante - Anekdote. Die meisten Teilnehmer sind mit dem Taxi zum Winterhafen gefahren, und mindestens ein Taxifahrer hatte keine Ahnung, wo dieser liegt. Nicht auf den Mund gefallen meinte eine Kollegin, dass es den Winterhafen in Linz auch im Sommer gäbe. Wir selbst hatten keine Probleme, da mit unserem Dicken zur Anlegestelle gefahren sind, weil wir von dort aus schneller den Campingplatz erreichen konnten. Mehrere KollegInnen hatten jedoch auch bei der Abfahrt wieder mit den ausgezeichneten Straßenkenntnissen der Linzer Taxifahrer zu kämpfen, die nicht einfach begreifen wollten, dass es auch Ende Mai noch einen Winterhafen geben könnte.

Der Sonntag kam und damit der Abschied. Wir hatten uns noch zum Frühstück mit den anderen AutorInnen verabredet, führten dabei letzte Gespräche, signierten Bücher und ließen Bücher signieren. Es war ein gehöriger Tropfen Wehmut dabei, als sich immer mehr Leute verabschiedeten, um zum Bahnhof oder dem Flugplatz zu gelangen. Auch für uns hieß es bald, von Linz zu scheiden. Wir kehrten zum Wohnwagen zurück, hingen diesen an den Dicken und machten uns auf den Heimweg. Doch kaum hatten wir die Autobahn erreicht, begann der Himmel, der drei Tage lang wunderbar dicht gehalten hatte, wolkenbruchartig zu weinen, so als wäre er traurig, all die AutorInnen, die sich in Linz versammelt hatten, aus dieser schönen Stadt scheiden zu sehen.

Es war wunderschön. Danke Ingeborg/Sophia/Sophie für diese herrlichen Tage!

Wir freuen uns auf die Liebesromantage 2011 in Rathenow!

Iny und Elmar

Neuigkeiten 2010

Vorankündigung
von Iny und Elmar am 26-05-2010

Das Frühjahr ist für uns heuer besonders aufregend. Einige interessante Reisen wie z.B. der Besuch der Buchmesse in Warschau liegen bereits hinter uns, und weitere stehen uns noch bevor. Doch auch sonst gibt es einige Neuigkeiten zu berichten.


Iny Lorentz:

Hier kommt ein ganz heißer Sommer und Herbst auf uns zu. So erscheinen im August und im November nicht nur "Aprilgewitter" und "Die Ketzerbraut". Knaur bringt auch eine Sonderausgabe von "Die Wanderhure" mit einem neuen Cover und Bildern aus dem Film auf den Markt. Außerdem gibt es eine Hörbuchfassung der Filmversion, gelesen von der Hauptdarstellerin Alexandra Neldel bei Lübbe-Audio. Natürlich erscheinen auch "Aprilgewitter" und "Die Ketzerbraut" als Hörbücher bei Lübbe-Audio. Ihre Stimmen leihen dafür Anne Moll und Anuk Ens. Als besonderer Leckerbissen gibt es zudem im November den Film "Die Wanderhure" auf DVD.

Bei diesen Neuigkeiten geht fast ein wenig unter, dass das TB "Die Wanderhure" mittlerweile die 34. Auflage erreicht hat und auch etliche weitere unserer Romane in den letzten Wochen neue Auflagen erreicht haben.

Mittlerweile sind wir dabei, den dritten Band der Geschichte um Lore und Fridolin von Trettin und ihrer Freundin Nathalia zu schreiben. Auch das Hardcover für 2011 ist bereits im Werden.


Nicola Marni:

Hier ist in diesem Monat bei Goldmann die TB-Ausgabe von "Die Tallinn-Verschwörung" herausgekommen. Damit unser MAD-Agent Torsten Renk keine Langeweile schiebt, wird er im September "Die geheime Waffe" suchen. Ein dritter Band ist bereits fertig und abgeliefert.


Diana Wohlrath:

Mit dem im März bei Hanser erschienenen Roman "Merani und die Schlange unter dem Meer" finden die Abenteuer im Archipel von Runia, die mit "Der Feuerthron" begonnen haben, ihren Abschluss. Im April ist "Der Feuerthron" auch in einer sehr schönen TB-Ausgabe bei DTV erschienen.


Mara Volkers:

Hier wird sich in den nächsten Monaten einiges ereignen. Doch fangen wir mit einer sehr erfreulichen Nachricht an. Nach "Die Reliquie", die in Tschechien übersetzt worden ist, gibt es nun auch bei "Die Braut des Magiers" eine ausländische Ausgabe. Dieser Roman ist unter dem Titel "Mireasa Magului" in Rumänien erschienen. Damit wurden Romane von uns bis jetzt in neun andere Sprachen übersetzt. Wir sind sehr gespannt, welches die zehnte Sprache sein wird.

"Die Reliquie" und "Die Braut des Magiers" zählen zusammen mit "Die Tochter der Apothekerin" zu unserem Teufelszyklus im historischen Umfeld. Diese Romane sind bei Bastei-Lübbe erschienen. Doch Mara Volkers neue Heimat wird in Zukunft bei Piper sein. Auch unsere drei Teufelsromane werden hier ein neues Plätzchen finden.

Im Juli erscheint bei Piper mit "Die schwarze Königin" unser erster Urban-Fantasy-Roman. Dieser spielt in der heutigen Zeit in Wien und zeigt die fantastischen Seiten dieser Stadt auf. Ein weiterer Roman ist bereits abgeliefert.


Auch sonst ist alles im grünen Bereich. Wir freuen uns auf unsere nächsten Romane und auf etliche schöne Belegexemplare für unseren Trophäenschrank. Allen unseren Fans wünschen wir weiterhin viel Vergnügen beim Lesen!

Iny und Elmar

alias
Iny Lorentz
Nicola Marni
Mara Volkers
Diana Wohlrath

Das Schlossfest in Fronberg

Bericht
von Iny und Elmar am 24-05-2010

Noch ganz von den Eindrücken unserer Reise nach Warschau erfüllt, machten wir uns am Sonntag, den 16.05.2010, auf dem Weg nach Schwandorf in der Oberpfalz. Unsere Filmagentin Isabel Schickinger hatte uns zum mittelalterlichen Fest auf Schloss Fronberg eingeladen, und uns gefragt, ob wir für eine kurze Lesung und eine Signierstunde zur Verfügung ständen. Obwohl uns die Anstrengungen der Reise nach Warschau noch in den Knochen steckten, wollten wir ihr diesen Gefallen tun.

Die Fahrt selbst verlief reibungslos. Im Schwandorfer Ortsteil Fronberg ergaben sich jedoch Schwierigkeiten. Unser unserem aus dem Internet ausgedruckten Plan zeigte nämlich die zweite Abzweigung als Anfahrweg zu Schloss Fronberg an. Tatsächlich aber hätten wir die erste Seitenstraße nehmen müssen, und so brauchten wir ein bisschen, bis wir auf Isabel und Baron Hubertus von Breidbach-Bürresheim, den Schlossherrn von Fronberg, trafen, und von diesem zum Ort des Geschehens gelotst wurden.

Das Wetter war zum Glück trocken, die Temperaturen ließen allerdings zu wünschen übrig. Für einen Tag Mitte Mai war es ehrlich gesagt saukalt. Uns taten die vielen Leute leid, die in mittelalterlichen Gewändern das Fest feierten. Doch diese hielten eisern durch und es hüllten sich nur wenige in Felle oder einen zusätzlichen Mantel. Wir hingegen zogen uns etwas wärmer an, und kehrten erst mal ins Schloss zurück. Eine Autofahrt macht hungrig und bei diesem Fest wurde einiges an Leckerbissen geboten. Isabel und unsere Begleiterin Ingeborg gingen auch gleich auf Einkaufstour und kurz darauf labten wir uns an ungarischem Gulasch, ungarischem Langosch, Spareribs und Feuerspießen, die allerdings recht harmlos waren. Dabei hätten wir bei den herrschenden Temperaturen durchaus ein wenig Feuer brauchen können.

Doch die Stärkung reichte auch so aus, um uns hinaus in die Kälte zu wagen. Dort hatten sich inzwischen etliche Besucher des Festes eingefunden und besichtigen das im Schlosspark errichtete mittelalterliche Lager. Es gab auch einiges zu kaufen und so liefen bald viele kleine Nachwuchsritter und –amazonen mit Spielzeugschwertern und –hellebarden herum. Auch Elmar zückte seinen Geldbeutel für ein paar hübsche Kleinigkeiten. Ansonsten bewunderten wir das pittoreske Lagerleben und die Leute, die sich in historischer Gewandung zusammengefunden hatten, um ihrem Hobby zu frönen und mal wieder in mittelalterlicher Umgebung zu feiern.

Einige alte Gewerbe wurden vorgeführt und erregten das Interesse der Zuschauer, unter denen auch wir uns befanden. Es ist doch etwas anderes, historische Trachten in Bildbänden zu sehen, oder sie wie hier an lebenden Menschen bewundern zu können. Für uns hätte sich der Ausflug auch ohne die Lesung gelohnt, doch wurde bereits das große Zelt für uns umgeräumt und Angela Breu, die Präsidentin des Vereins Manus Draconis Fronbergensis und Mitorganisatorin des Festes bediente sich der modernen Technik eines Lautsprechers, um zu verkünden, dass die Wanderhure gekommen sei. Wir hatten danach bei einer Lesung selten so viele männliche Zuhörer wie hier.

Eigentlich hatten wir ja aus der Rose von Asturien lesen wollen, doch fügten wir uns dem Wunsch der meisten Anwesenden, und liehen uns von der Buchhändlerin eine Wanderhure aus, um aus dieser vorzutragen. In warme Sweatshirts gehüllt und einen Heizstrahler im Rücken machten wir uns schließlich ans Werk. Die Lautsprecheranlage war ausgezeichnet. Dies erwies sich als Vorteil, da das Zelt voll war und die Leuten, die davor stehen blieben, auch noch mithören konnten.

Nach dem Vorlesen begann eine rege Diskussion, in deren Verlauf wir doch etliche Zuhörer mit der Nachricht überraschen konnten, dass die Wanderhure bereits verfilmt worden sei und im Oktober bei Sat1 ausgestrahlt werden würde.

Es war eine schöne Veranstaltung mit äußerst angenehmer Atmosphäre und es dauerte eine Weile, bis die letzten Fragen beantwortet, und noch länger, bis die letzten Bücher signiert waren. Angela Breu versorgte uns anschließend noch mit Kaffee und Kuchen, und während um das Zelt herum das Fest weiterging, unterhielten wir uns mit Baron Hubertus von Breidbach-Bürresheim, einigen aktiven Mittelalterfans sowie einigen Gästen. Ehe wir uns versahen, verging die Zeit wie im Flug und das Ende des mittelalterlichen Treibens kam heran. Während die Leute bereits fleißig ihre Zelte und Stände abbauten, bedankten wir uns bei Angela Breu und Baron Hubertus für die Einladung zu diesem Fest und dann hieß es, Abschied zu nehmen. Waren wir zu dritt gekommen, ging es nun zu viert zurück, denn Isabel fuhr mit uns nach München. Für sie galt es, am nächsten Tag wieder in der Agentur zu sein. Wir hingegen mussten uns erst einmal von der Reise nach Warschau und der Fahrt nach Schwandorf-Fronberg erholen.

Iny und Elmar Lorentz

Von einem Brautpaar, Dampfschiffen und Rosen

Lesung
von Iny und Elmar am 02-05-2010

Eine Lesereise im April
Hatte der März uns bereits drei Lesungen beschert, so standen im April gleich fünf an. Diesmal allerdings konnten wir unser Schneckenhaus mitnehmen, sprich den Wohnwagen anhängen, und mussten nicht andauernd Koffer schleppen. Die erste Lesung war für Montag, den 19.04.2010 geplant. Wir machten uns aber bereits am Freitag auf die Reise, denn am Samstag, den am 17.04.2010 trat unsere Freundin Carmen mit ihrem Freund Andi vor den Traualtar und da wollten wir nicht fehlen. Schon Tage vorher schauten wir immer wieder auf die Wettervorhersage. Zuerst war Regen angesagt, aber die Prognose wurde mit jedem neuen Tag besser, und als wir uns vor der malerischen Kirche von Dossenheim einfanden, strahlte die Sonne fast so sehr wie unser Brautpaar. Es war angenehm warm, fast schon frühsommerlich, und besser kann eine Ehe eigentlich nicht beginnen. Es wurde ein wunderschöner, romantischer Tag, den wir lange in Erinnerung behalten werden. Carmen und Andi waren ein prachtvolles Brautpaar, und als sich die Festgäste nach der Trauung auf der Strahlenburg in Schriesheim einfanden, sorgten die herrliche Aussicht, wohlschmeckender Kuchen und ein exzellentes Brautmahl für beste Laune.

Der Tag endete spät für uns, und als wir irgendwann nach Mitternacht in unser rollendes Häuschen zurückkehrten, geschah dies mit den besten Wünschen für das Brautpaar. Möge es ebenso glücklich werden, wie wir es seit über 28 Jahren sind.

Der Sonntag war von uns als einziger, freier Tag dieser Reise gedacht gewesen, denn an den anderen Tagen mussten wir entweder lesen oder von einem Leseort zum anderen fahren. Knaur war allerdings anderer Meinung und hatte uns kurz vor der Abfahrt die Druckfahnen von "Aprilgewitter" geschickt, die wir kontrollieren sollten. Damit hieß es für uns, bei herrlichstem Wetter im Wohnwagen zu sitzen und zu arbeiten.

Montag fand dann die erste Lesung in Mannheim statt. Veranstaltungsort war die dortige Clubfiliale, doch waren auch aus Ludwigshafen und Weinheim Clubmitarbeiterinnen gekommen, um uns zu hören. Auch unser Brautpaar war mit von der Partie und erhielt einen Ehrenplatz, der mit zwei großen Herzen geschmückt war. Die Zuhörerreihen in der Clubfiliale waren gut gefüllt und alle lauschten angespannt den Abenteuern von Maite und Ermengilda sowie von Lore und Nathalia. Nach dem Lesen begann die Fragerunde, die sehr munter verlief und sich neben allgemeinen Fragen zu unseren Schreiben vor allem um die Verfilmung der Wanderhure drehte. Wir konnten allen nur sagen, dass wir den besten Eindruck von den Schauspielern und dem Regisseur gewonnen hatten und uns sehr auf die Ausstrahlung bei Sat1 freuen. Die Veranstaltung endete zu fortgeschrittener Stunde und wir verabschiedeten uns vom Clubteam und unserem Brautpaar, um zum Campingplatz zurückzukehren. Wir müssen wohl nicht extra erwähnen, dass es vorher noch viele Dezemberstürme, Wanderhuren und andere Romane von uns zu signieren galt.

Dienstag, der 20.04.2010 war Reisetag. Wir hatten die Strecke bis Magdeburg vor uns, doch fiel uns das Aufstehen an diesem Tag etwas schwer, denn schließlich waren wir spät ins Bett gekommen. Als unser Gespann endlich rollte, waren wir neugierig, wie sich die Verkehrsverhältnisse entwickeln würden. Wir hatten jedoch Glück und kamen ohne Stau durch. Unser neuer Campingplatz lag in Colbitz nahe Magdeburg, da wir von dort aus die beiden nächsten Leseorte anfahren konnten.

Der Mittwochvormittag sah uns wieder Druckfahnen lesend im Wohnwagen. Am Nachmittag brachen wir nach Magdeburg aus und ließen uns erst einmal in der Nähe des Veranstaltungsortes in einem Lokal das Essen schmecken. Die Lesung selbst fand im Foyer der Stadtsparkasse Magdeburg statt, die bereits mehrmals als Sponsor für kulturelle Ereignisse aufgetreten war. Es war alles auf das Beste vorbereitet und wir konnten unsere Heldinnen aus "Die Rose von Asturien" und "Dezembersturm" einem zahlreich erschienenen Publikum vorstellen. Vorher hab es jedoch noch einen kleinen Irrtum zu berichtigen. Der Leiter der Stadtbücherei Magdeburg war bei seiner Vorbereitung auf diesen Abend auf eine alte Zahl unserer verkauften Bücher gestoßen und nannte zwei Millionen Exemplare. Wir konnten ihn dahin gehend korrigieren, dass es mittlerweile fast sieben Millionen sind.

Nach der Lesung wurden auch hier viele Fragen gestellt, die wir nach bestem Wissen beantworteten. Das Interesse der Anwesenden war so groß, dass es ebenfalls sehr spät wurde. Zum Glück für uns und unsere Zuhörer hatten wir bereits vor der Lesung kräftig signiert, sonst hätte es noch länger gedauert. Als wir zum Campingplatz zurückfuhren, taten wir dies mit dem Gefühl, dass sich die Reise nach Sachsen-Anhalt bereits mit dieser ersten Lesung gelohnt hatte.

Es mag an der Vulkanaschewolke gelegen haben, oder einer anderen meteorologischen Ursache, denn hatten wir bislang auf unserer Reise angenehme Temperaturen erlebt. Doch nun stürzte das Thermometer in der Nacht um etliche Grad ab und es wurde frisch. Am nächsten Morgen mussten wir den Wohnwagen heizen. Allerdings blieb uns nicht lange Zeit, uns dort aufzuhalten, denn wir fuhren schon bald nach Magdeburg ins MDR-Studio, um live bei MDR um 12 dabei zu sein.

Nach der Sendung hatten wir noch ein wenig Zeit, um uns auf die Lesung in Haldensleben vorzubereiten, dorthin zu fahren und eine Kleinigkeit zu essen. Die Lesung selbst fand in einem Hotelsaal statt und wurde von der Firma Konsum – Optimal Kauf vor allem für eigene Mitarbeiter organsiert. Allerdings hatten sich auch viele andere Interessierte um Karten beworben, so dass der Saal brechend voll war und trotzdem etliche Leute leer ausgegangen waren. Die Lesung selbst verlief, wie alle anderen auf dieser Reise, sehr angenehm, und als wir nach einer ausgiebigen Fragerunde zum Wohnwagen zurückkehrten, diskutierten wir darüber, wem die Veranstaltung mehr Spaß gemacht hatte, den Zuhörern oder uns selbst.

Der nächste Morgen begann mit einem Blick auf das Thermometer, das erfrischende 4,9 Grad anzeigte. Obwohl wir an diesem Tag mit dem Wohnwagengespann etwa 600 km fahren mussten, wurde erst einmal die Heizung eingeschaltet, damit uns das Müsli nicht in den Schüsseln einfror. Dann ging es los. Bis auf einen Stau etwa 50 km vor unserem Ziel Stuttgart hatten wir Glück und kamen ausgezeichnet durch. Die Durchfahrt durch Stuttgart erforderte ebenfalls eine gewisse Geduld, doch schließlich erreichten wir den Campingplatz im Stadtteil Bad Cannstatt – und fanden uns im Schatten eines Riesenrades wieder. Gleich nebenan wurde auf dem Cannstatter Wasen das Frühlingsfest abgehalten. Dies versprach nicht gerade eine angenehme Nachtruhe und wir dachten mit Grauen daran, wie früh wie am nächsten Morgen aus den Betten steigen mussten. Nach einer kurzen Erholungspause entschlossen wir uns, selbst das Frühlingsfest zu besuchen und ein wenig Urlaubsgefühl zu tanken. Wir schlenderten gut zwei Stunden über das ausgedehnte Gelände, aßen an einem Stand zu Abend und fuhren zum Abschluss mit dem Riesenrad. Als wir in den Wohnwagen zurückkehrten, schliefen wir trotz des nahen Rummelplatzes ziemlich schnell ein, und wurden am nächsten Morgen durch den Wecker wieder ins normale Leben eines Schriftstellerpaares zurückgeholt, das um 09:00 Uhr morgens die Erste von zwei Lesungen an diesem Tag zu halten hatte.

Als wir unser Auto im Ortsteil Münchingen der Stadt Korntal-Münchingen abstellten, waren wir doch ein wenig besorgt und fragten uns, wer um 09:00 Uhr morgens kommen würde, um uns zuzuhören. Die Veranstaltung war als Frühstückslesung geplant, eine Neuheit für uns, und so waren wir entsprechend neugierig. Als wie den Saal betraten, starrten wir verblüfft auf die vielen Tische und Stühle. Mehrere Damen der beiden Stadtteilbüchereien von Münchingen und Korntal waren bereits dabei, das Frühstück vorzubereiten. Der Menge an Käse, Wurst und anderen leckeren Dingen nach schienen sie ja viele Teilnehmer zu erwarten.

Wir erfuhren rasch, dass "nur" für die Leute gedeckt worden war, die ihre Karten im Vorverkauf erstanden hatten, und für das Veranstalterteam. Auch für uns waren zwei Plätze reserviert, so dass wir uns vor der eigentlichen Lesung noch mit Kaffee und einem Brötchen stärken konnten. Auch die zahlreich erschienenen Zuhörer ließen sich das Frühstück schmecken und warteten anschließend gesättigt auf Maite, Ermengilda und Konrad aus der Rose von Asturien, von deren Abenteuern wir berichteten. Es wurde ein angenehmer Vormittag, der wie immer in einer lebhaften Fragerunde mündete. Als wir uns schließlich verabschiedeten, taten wir es mit dem Bewusstsein, nicht nur gut gefrühstückt, sondern auch eine ganze Menge Zuschauer unterhalten zu haben.

Ein wenig Sorge machte uns jedoch das Durchhaltevermögen unserer Stimmen, die nach vier Lesungen so kurz hintereinander erste Protestschreiben verfassten. Warmer Tee und grässlich schmeckende Halspastillen sorgten jedoch im Verein mit einer ausgezeichneten Mikrophonanlage in Holzgerlingen dafür, dass auch die fünfte und letzte Lesung auf dieser Reise gut vonstatten ging. Wie in Korntal und Münchingen zeichneten auch hier zwei Bibliotheken, und zwar aus Weil im Schönbuch und aus Holzgerlingen für die Organisation verantwortlich. Veranstaltungsort war die Stadthalle in Holzgerlingen, die zwar durch Bauzäune, die sie umgaben, etwas abweisend wirkte, sich aber doch erstaunlich füllte.

Uns freute besonders, dass Yvonne und ihr Ehemann Uwe, die wir bereits bei einer anderen Veranstaltung kennengelernt hatten, gekommen waren. Auch unser Brautpaar vom 17.04.2010 hatte die Anfahrt von Ludwigshafen nicht gescheut. Andi wurde vom Hausmeister des Komplexes auch gleich zum Beleuchter und Bediener der Mikrophonanlage ernannt, hatte aber aufgrund der ausgezeichneten Vorbereitung wenig zu tun.

Die Lesung selbst und die anschließende Fragerunde und Diskussion verliefen ausgezeichnet, und als wir uns zu bereits vorgerückter Stunde von dem Veranstaltungsteam, sowie von Carmen, Andi, Yvonne und Uwe verabschieden konnten, waren wir mehr als erleichtert, alles so gut hinter uns gebracht zu haben. Es folgte der Rückweg nach Stuttgart-Bad Cannstatt mit einem weiteren Erfolgserlebnis. Aufgrund des Frühlingsfestes wurde das Tor des Campingplatzes später geschlossen als üblich und so gelang es uns, gerade noch rechtzeitig mit unserem Dicken hineinzukommen.

Am nächsten Morgen hieß es, alles zusammenzupacken und nach Hause zu fahren. Vorher aber hatte Iny noch ein amüsantes Erlebnis. Während Elmar den Wohnwagen fahrbereit machte und an das Auto ankoppelte, ging sie nach vorne, um die Rechnung zu zahlen. Da wir auf Campingplätzen, auf denen wir uns wohlgefühlt haben, gerne ein Buch als kleines Dankeschön zurücklassen, hatte sie eine Tochter der Wanderhure dabei. Die Dame an der Rezeption sah das Buch und rief überrascht aus, sie hätte die ersten drei bereits gelesen. Nun besitzt sie auch noch den vierten Band der Wanderhurenreihe und wir freuen uns, ihn ihr geschenkt zu haben.

Danach aber hieß es für uns in die Heimat zu fahren, und als wir ein paar Stunden später unseren Heimatort erreichten und den Wohnwagen abstellten, war eine schöne, aber auch anstrengende Lesereise zu Ende gegangen.

Iny und Elmar

Zeitreise

Bericht
von Iny und Elmar am 16-04-2010

Es gibt Tage im Leben, an denen man an jene Orte zurückkehrt, die einem einmal wichtig gewesen waren, und sich dort mit alten Freunden trifft. Wenn dann das Gespräch auf vergangene Zeiten kommt, merkt man erst so richtig, wie oft der Zufall im Leben Regie geführt hat. So war es auch diesmal bei uns bei unserer Fahrt in die Nähe von Passau.

Für Elmar war es eine Reise von 39 Jahren in die Vergangenheit. Vor vierzig Jahren war Elmar noch Mitglied eines kleinen Science-Fiction Clubs gewesen, der aber zu dem Zeitpunkt, um den es nun ging, sanft entschlafen war. Durch Zufall traf Elmar im Frühjahr 1971 beim Einkaufen in der Stadt die Mutter eines ehemaligen Mitgliedes des Clubs und ließ sie Grüße an ihren Sohn ausrichten. Kurze Zeit später tauchte dieser auf dem Bauernhof auf, auf dem Elmar lebte, und fragte ihn, ob er nicht Lust hätte, mit nach Passau zu fahren und dort andere SF- und Fantasy-Fans kennenzulernen.

Kurz entschlossen fuhr Elmar mit und ahnte dabei nicht, dass sein Leben sich mit dieser Fahrt in einer Weise ändern würde, wie er es nie für möglich gehalten hätte. Bisher eher am Rand der Fangemeinschaft angesiedelt, kam er mit aktiven Fans in Kontakt, lernte wenig später Autoren wie Hugh Walker und Clark Darlton kennen und schrieb eine Menge an Kurzgeschichten in den clubeigenen Magazinen. Vor allem aber – und das war wohl das Entscheidende – traf er dort ein paar Jahre später auf Iny. Was daraus geworden, sieht man heute in den Buchhandlungen.

Einige Zeit waren wir beide zusammen im SF- und Fantasy-Fandom aktiv, doch irgendwann gewannen andere Dinge im Leben Priorität. Der Kontakt nach Passau blieb trotz aller unterschiedlichen Interessen erhalten und gelegentlich haben wir einige Leute wiedergesehen. Seit dem letzten gemeinsamen Treffen waren jedoch etliche Jahre vergangen. Mal passte ein Termin nicht in die Planung, dann verhinderten unvorhergesehene Ereignisse ein Wiedersehen.

Anfang April war es dann jedoch wieder so weit und die Reise in die Vergangenheit konnte stattfinden. Ort des Treffens war das idyllisch gelegene Heim von Hugh Walker in der Nähe von Passau und der harte Kern der damaligen Gruppe hatte sich angekündigt. Uns überfiel ein nostalgisches Gefühl, als wir den Berg hochfuhren und nach der letzten Kurve Hughs Haus über uns auftauchte.

Hugh Walker, ein bekannter deutscher Fantasy- und Horrorautor, saß auf seiner Terrasse und genoss die Sonne. Da jedoch der Wind noch immer kalt blies, zogen wir uns bald ins Haus zurück. Bald tauchten dann auch die übrigen Veteranen aus alten Fanzeiten auf, so Gustav Gaisbauer, seit vielen Jahren der Vorsitzende des Ersten Deutschen Fantasy-Clubs e.V., seine Ehefrau Roswitha und der Illustrator, Grafiker und Comiczeichner Gabriel Nemeth. Auch Franz Schröpf, der Herausgeber der Fanzines (Fan-Magazine), in denen etliche unserer frühen Kurzgeschichten vor vielen Jahren erschienen sind, war mit dabei und für einige Stunden waren Alter und graue Haare vergessen und wir fühlten uns wieder wie in jenen Tagen, in denen wir noch jung und Fans gewesen waren.

Es wurde ein wunderschöner Nachmittag und Abend, und als wie spät in der Nacht wieder nach Hause fuhren, diskutierten wir über die Zufälle des Lebens. Wäre Elmar damals nicht mit dem anderen Fan aus seiner Kreisstadt nach Passau gefahren, hätten wir uns vielleicht nie kennengelernt und es hätte Iny Lorentz, Nicola Marni, Mara Volkers und Diana Wohlrath niemals gegeben.

Iny und Elmar

Die erste Lesereise in 2010

Lesung
von Iny und Elmar am 02-04-2010

Ausnahmsweise fand unsere erste Lesereise in diesem Jahr bereits im März statt. Für uns hieß dies, auf unseren gewohnten Wohnwagen zu verzichten und in Hotels zu übernachten. Das ist etwas, was wir im Allgemeinen zu vermeiden suchen.

Da die erste Lesung in Holzwickede am Sonntag, den 21.03.2010 bereits um 17:30 Uhr beginnen sollte und wir die ganze Anfahrt vor uns hatten, mussten wir sehr früh aus dem Bett, um rechtzeitig anzukommen. Immerhin wollten wir vorher auch noch etwas essen, um nicht mit knurrenden Magen und entsprechend schlechter Laune vor dem Publikum zu sitzen. Um es gleich zu sagen: Es klappte alles. Die Autobahnen waren relativ frei und wir kamen trotz immer wiederkehrender Regenschauer gut voran. Zu unserer Erleichterung hörte der Regen kurz vor Holzwickede auf und wir konnten sowohl trockenen Fußes zum Essen wie auch zum Schulzentrum gehen, in dessen Forum die Lesung stattfinden sollte. Hier gab es allerdings ein kleines Problem, denn das Schulzentrum war ziemlich ausgedehnt und wir hatten keine Ahnung, in welches Gebäude wir mussten. Die Rettung nahte jedoch in Form zweier Damen, die uns sahen und meinten, wir hätten wohl den gleichen Weg. Da sie sich auskannten, erreichten wir das Forum und konnten unsere Plätze einnehmen.

Uns wurde Wein angeboten, doch zur Erfrischung musste erst mal ein Glas Wasser reichen. Schließlich wollten wir lesen und uns nicht betrinken. Zu Beginn galt es jedoch erst einmal, hart zu arbeiten. Wir hatten mit den Veranstaltern extra vereinbart, dass wir früher kommen und Bücher signieren, damit die Zuhörer nach der Lesung nicht noch warten mussten, bis sie an die Reihe kamen. Da das Forum gut gefüllt war, gab es einen größeren Ansturm und wir mussten einen Teil der Leute dann doch auf die Pause und das Ende der Lesung vertrösten.

Im Vorfeld war an uns der Wunsch herangetragen worden, auch aus der Wanderhure zu lesen, da dieses Buch nicht zuletzt durch die Verfilmung durch Sat1 wieder an Aktualität gewonnen hat. Diesen Gefallen erfüllten wir gerne und so präsentierten wir neben Lore und Nati aus "Dezembersturm" und Maite und Ermengilda aus "Die Rose von Asturien" auch unsere Marie und deren Freundin Hiltrud.

In der Pause galt es, weitere Signierwünsche zu erfüllen, und danach begann eine lebhafte Fragerunde, in der die Zuhörerinnen und Zuhörerinnen neben den üblichen Fragen nach unserer Arbeitsweise auch mehr über den Film "Die Wanderhure" erfahren wollten. Wir berichteten von unserer Reise zu den Dreharbeiten nach Ungarn und konnten erneut bestätigen, wie zufrieden wir mit Alexandra Neldel und den übrigen Schauspielern waren.

Irgendwann geht auch der schönste Abend zu Ende, und als wir uns von dem Publikum und den Veranstaltern trennten, taten wir dies mit einem äußerst zufriedenen Gefühl.

Nach der Lesung war hier allerdings auch vor der Lesung, denn es ging bereits am nächsten Tag in Hagen weiter. Hier war die Anreise um einiges kürzer und so blieb uns noch die Zeit für einen Spaziergang durch die Innenstadt. Die Lesung selbst fand in der großzügig gestalteten Stadtbibliothek statt, und auch hier trafen wir eher ein, um erste Signierwünsche zu erfüllen.

Etwa eine Viertelstunde vor Beginn der eigentlichen Lesung wurde die Leiterin der Stadtbibliothek nervös, da noch eine größere Gruppe von Zuhörern fehlte, die ihre Karten im Vorverkauf erstanden hatten. Doch als Iny das Buch zur Hand nahm und ihren Text las, waren die Stühle wie durch Zauberhand besetzt.

Auch hier waren wir gebeten worden, aus der Wanderhure zu lesen und so kamen Marie und Hiltrud erneut zu Ehren. Zuerst aber hörten die Anwesenden von Maites beherztem Eingreifen bei der Rettung von Ermengilda. Danach kam unsere Marie an die Reihe, und zuletzt erlebte Lore den Schrecken eines Schiffsbruchs im Dezembersturm.

Da etliche Leute sehr knapp vor Beginn der Lesung erschienen waren, mussten wir in der Pause noch einiges signieren. Mit dem Hinweis, dass wir nach der Veranstaltung nicht sofort verschwinden würden, konnten wir schließlich in die Fragerunde gehen, die sich natürlich stark um den Film "Die Wanderhure" drehte. Doch auch sonst wurden viele Fragen gestellt, die wir nach bestem Wissen und Gewissen beantworteten, bis schließlich der öffentliche Nahverkehr der Veranstaltung ein Ende bereitete. Viele Zuhörerinnen und Zuhörer mussten die letzten Busse in ihre Stadtviertel erreichen. Wir signierten noch einige Bücher, dann fiel auch für uns der Vorhang und wir verabschiedeten uns von den Damen der Stadtbücherei Hagen mit einem herzlichen Dank für diesen angenehmen Abend.

Damit wartete noch die letzte Lesung auf uns, diesmal in der Buchhandlung Bollinger in Oberursel. Wir kannten Frau Bollinger, eine sehr engagierte Buchhändlerin bereits von den in Oberursel stattfindenden Jahrestreffen einer Autorengruppe und brauchten daher keinen Stadtplan, um dorthin zu finden.

Die Runde der Zuhörer war etwas kleiner als bei den beiden vorhergehenden Lesungen, aber sehr interessiert, und so entspann sich bereits im Vorfeld ein lebhaftes Gespräch. Natürlich wurde auch dort wieder kräftig signiert, da die diesmal nur aus Damen bestehende Zuhörerschaft kräftig Bücher kaufte.

Die Lesung begann trotzdem pünktlich und diesmal standen nur unsere beiden neuesten Iny-Lorentz-Romane im Fokus. Erneut berichteten wir von Maite und Ermengilda, um dann auf Lore, Nathalia und Fridolin überzugehen.

Eine Pause gab es diesmal nicht, dafür aber für jeden ein Glas Wein, und dann stellten die anwesenden Damen ihre Fragen. Es wurde teilweise recht amüsant, und während wir über unseren Ungarntrip zum Wanderhuren-Dreh berichteten und auf den in diesem Sommer scheinenden Roman "Aprilgewitter" hinwiesen, in dem Lore und Nathalia weitere Abenteuer zu bestehen haben, verging die Zeit wie im Flug. Zu bereits recht später Stunde löste sich die muntere Runde auf. Nach dem Signieren der letzten Bücher verabschiedeten wir uns von Frau Bollinger und eine interessante und angenehme Lesereise näherte sich ihrem Ende.

Wer uns ebenfalls live erleben will, kann dies am 19.04.2010 in Mannheim, am 21.04.2010 in Magdeburg, am 22.04.2010 in Haldensleben und am 24.04.2010 morgens in Korntal-Münchingen oder am Abend in Holzgerlingen tun.


Iny und Elmar Lorentz

Ende der stillen Zeit

Vorankündigung
von Iny und Elmar am 16-03-2010

Auch wenn vor dem Haus und auf den Dächern noch Schnee liegt und es heute ein wenig geschneit hat, so zeugt ein Blick auf den Kalender, dass die stille Zeit für uns jetzt zu Ende geht. Die erste Lesereise steht bevor, am 21.03.2010 in Holzwickede, am 22.03.2010 in Hagen und am 23.03.2010 in Oberursel. Wir freuen uns darauf, neue Orte kennenzulernen und uns wieder mit unseren Leserinnen und uns mit Lesern austauschen zu können.

Mittlerweile ist mit "Merani und die Schlange unter dem Meer" unser zweites Jugendbuch unter dem Pseudonym Diana Wohlrath bei Hanser erschienen. Es sieht einfach klasse aus, und das nicht nur wegen des tollen Covers. Der Verlag hat auch die Karten, die Elmar vorgezeichnet hat, wunderbar umsetzen lassen und ein richtiges Schmuckstück geschaffen. Uns selbst hat es viel Spaß gemacht, die Geschichte um den Feuerthron in diesem Band zu Ende bringen zu können.

In wenigen Tagen wird bei DTV die Taschenbuchausgabe unseres ersten Diana Wohlrath Hanser-Jugendbuches "Der Feuerthron" erscheinen. Wir sind schon ganz gespannt darauf, das Buch in Händen zu halten und zu dem Hardcover von Hanser in unseren Trophäenschrank stellen zu können.

In diesem Trophäenschrank landete diese Woche auch eine neue Hörbuch-Sonderausgabe von "Die Pilgerin" von Iny Lorentz.

Trotz der über hundertfünfzig Original- und Lizenzausgaben unserer Bücher ist in diesem Schrank noch genug Platz, so zum Beispiel für die bei Goldmann im Mai erscheinende Taschenbuchausgabe unseres Thrillers "Die Tallin-Verschwörung" von Nicola Marni. Torsten Renk, unser Agent im Auftrag der Kanzlerin, hat aber heuer im Herbst noch einmal kräftig zu tun, denn er muss "Die geheime Waffe" finden. Wir haben gestern zum ersten Mal das Cover gesehen. Es ist, um einen Ausdruck einer Verlagsmitarbeiterin zu verwenden, rattenscharf!

Bei Iny Lorentz erwartet unsere Leserinnen und Leser mitten im Sommer ein "Aprilgewitter". Es handelt sich dabei um den zweiten Band der Trilogie um die Freundinnen Lore von Trettin und Nathalia von Retzmann im Berlin gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Im Herbst erscheint ein weiteres Hardcover von Iny Lorentz. Auch von diesem haben wir das Titelbild bereits gesehen und finden, dass es wunderbar in die Reihe der Iny-Lorentz-Faltenwurf-Cover passt, die mittlerweile ja zu einem Trend bei den historischen Romanen geworden sind.

Auch als Mara Volkers waren wir nicht untätig. Bei Piper wartet "Die schwarze Königin" darauf, auf ihre Opfer losgelassen zu werden.

Unsere anstehenden Arbeiten gehen uns wie gewohnt flott von der Hand. Zwei weitere Romane sind vor Kurzem abgeliefert worden, werden allerdings erst 2011 erscheinen. Jetzt sind wir dabei, zwei weitere Manuskripte für 2011 fertigzustellen. Die müssen zum Glück erst Ende dieses Jahres abgeliefert werden, und so lange werden wir auch daran arbeiten.

Mittlerweile eilen unsere Gedanken bereits ein wenig voraus, denn jeder Roman, den wir schreiben wollen, muss lange vorher festgelegt und recherchiert werden. Die Arbeit wird uns daher so schnell nicht ausgehen.

Im Herbst wird es für alle Iny Lorentz-Fans ein besonderes Schmankerl geben. Es geht nicht nur um den Film allein, der für Oktober 2010 eingeplant ist. Aber mehr dürfen wir an dieser Stelle nicht verraten.

Eure

Iny Klocke
und
Elmar Wohlrath
alias Iny Lorentz, Nicola Marni, Mara Volkers und Diana Wohlrath

Heusweiler im Februar

Bericht
von Iny und Elmar am 02-03-2010

Nicht jede Fahrt, die wir unternehmen, gilt der Recherche, einer Lesung oder einem Autorentreffen. So war es auch in diesem Februar. Unsere Kollegin Deana Zinßmeister hatte uns zur Buchpremiere ihres neuesten Romans "Die Gabe der Jungfrau" ins Saarland eingeladen. Wir freuten uns darauf, einmal ohne jede Verpflichtung fahren zu können, umso mehr, da es sich bei Deana um eine sehr sympathische Autorin handelt und wir bereits vor anderthalb Jahren bei der Premiere ihres Romans "Das Hexenmal" dabei gewesen waren.
Jene Premiere fand allerdings im Sommer statt und wir waren mit dem Wohnwagen unterwegs gewesen. Das war diesmal wegen der herrschenden Temperaturen weniger empfehlenswert. Zu unserer Erleichterung hatten wenigstens die starken Schneefälle der vergangenen Tage aufgehört, die Straßen waren frei, und wir kamen ohne Hindernisse durch.
Die Buchpräsentation selbst fand im Lichtspielhaus von Heusweiler statt, einem Juwel von einem Kino, das einen festlichen Rahmen für die Veranstaltung bot. Deana hatte eine bei einem Fernsehsender tätige Freundin als Moderatorin gewonnen, doch bevor das Buch vorgestellt wurde, gab es erst einmal Sekt für die zahlreichen Gäste, darunter einige Autorenkolleginnen und –kollegen, sowie die regionale Prominenz aus dem Saarland, Deanas Agentinnen, ihre Lektorin, Freunde und Familienmitglieder.
Danach wurde "Die Gabe der Jungfrau" in einem Trailer vorgestellt und Deana las die ersten Szenen vor. Sie wechselte sich dabei mit einem Pianisten, einer Sängerin und einem Sänger ab, die Lieder passend zu den ausgewählten Lesestücken vortrugen. Nach einem Interview über die Entstehungsgeschichte des Buches hatten wir dann das große Vergnügen, mal jemand anders beim Signieren zusehen zu können. Deana durfte hart arbeiten, denn die Schlange wurde lang und länger und jeder wollte seine persönliche Widmung haben.

Als das geschafft war, ging die Feier nach einem Ortswechsel in Deanas Heim weiter. Obwohl einige große Räume für die Gäste bereitstanden, wurde es arg eng, denn es wollten viele Leute mit Deana auf ihr Buch anstoßen. Die Gastfreundschaft der Familie Zinßmeister war einfach überwältigend. Wer hier durstig blieb, war selbst schuld. Außerdem gab es leckere Snacks, Laugenstangen, Würstchen und etliches andere mehr. Wir ließen es uns ebenso schmecken wie die übrigen Gäste, unterhielten uns mit unserem Kollegen Christoph Lode, sowie mit den Autorinnen Lisa Maria Dickreiter, Angelika Lauriel, Rebecca Abe und anderen, deren Namen unseren Gedächtnissen leider entfallen sind.
Irgendwann nach Mitternacht zollte Elmar den Nachwirkungen eines gerade überstandenen Virusinfektes Tribut und schlief in seinem Sessel ein.
Der nächste Morgen begann spät, doch zeigten sich alle beim Frühstück gut erholt. Nach angenehmen Gesprächen und dem Austausch von signierten Büchern hieß es dann für uns, Abschied zu nehmen und wieder Richtung Heimat zu fahren. Wir danken Deana für eine sehr stimmungsvolle Buchpremiere und einen angenehmen Aufenthalt und wünschen ihr alles Gute und viele Leser für "Die Gabe der Jungfrau".

Liebe Leserinnen und Leser

Info
von Iny und Elmar am 26-01-2010

Kaum hat man Sylvester gefeiert, ist der Januar schon fast vorbei. Einen Erfolg können wir aber jetzt schon feiern. Wir haben das Manuskript für "Aprilgewitter" am 07.01.2010 in der Agentur abgeliefert, so dass der Roman zum geplanten Termin erscheinen kann.

Einen weiteren Erfolg haben uns unsere Leser beschert. Das Taschenbuch von "Die Tochter der Wanderhure" ist auf Anhieb auf Platz 9 der Bestsellerliste von Spiegel online und Platz 6 beim Stern gekommen.

Eine hübsche kleine Begebenheit gab es noch beim Neujahrsempfang der Gemeinde. Da unser Ort heuer sein 1150jähriges Jubiläum feiert, hatte der Bürgermeister angefragt, ob wir nicht die erste urkundliche Erwähnung des Ortes in einer kurzen Theaterszene darstellen könnten. Nun sind wir Romanautoren und keine Bühnenschriftsteller. Trotzdem haben wir uns ans Werk gemacht und einen Text verfasst, der von vier Mitgliedern der hiesigen Theaterspielgruppe in beeindruckender Weise aufgeführt wurde.

Unsere aktuellen Projekten sind planmäßig angelaufen. Daher werden wir trotz zweier Lesereisen und mehreren anderen Verpflichtungen auch die weiteren Ablieferungstermine in diesem Jahr einhalten können.

Mit herzlichen Grüßen
Iny und Elmar