Interview

Interview mit dem Webmaster

Das Interview entstand im Garten unseres Webmasters Johannes Hufnagel im August 2012



W(eb)M(aster): Iny und Elmar, ich habe eure Schreibkarriere jetzt eineinhalb Jahrzehnte beobachtet und frage mich manchmal, wie es zu diesem wahnsinnigen Erfolg gekommen ist. Habt ihr eine Erklärung dafür?

Iny: Da ist wohl viel zusammengekommen: Tausende Bücher, die wir ‚gefressen‘ haben, sehr viel Übung, da wir schon immer geschrieben haben und viel von uns in Fanzines veröffentlicht wurde. Viel Geschriebenes ist aber auch im Papierkorb gelandet. Zu unserer Entwicklung beigetragen hat unser Interesse an der Geschichte und Menschen in früheren Zeiten, Elmars Hartnäckigkeit, die ihn nie aufgeben lässt, Glück ... All das würde einen gewissen Erfolg erklären. Aber nicht den Riesenerfolg, den uns unsere historischen Romane beschert haben. Einen ganz herzlichen Dank an unsere Leser und Fans!

Elmar: Nein, das habe ich nicht. Manchmal wache ich am Morgen auf und denke, es war alles nur ein Traum.




WM: Ihr habt für euren Erfolg sehr hart gearbeitet. Denkt ihr nicht manchmal daran, das Ganze jetzt mal etwas lockerer zu nehmen?

Iny: Schreiben ist Schwerarbeit, hat unsere Agentin gesagt und sie hat recht. Es ist wie bei einem Athleten – man muss immer im Training bleiben, um nicht nachzulassen. Unsere Leser haben es verdient, dass wir uns große Mühe geben und alles tun, um ihnen schöne Lesestunden zu verschaffen. Dann macht es ja auch uns Freude, zu schreiben.

Elmar: Das Schreiben werden wir nie locker nehmen. Wir sind es unseren Lesern schuldig, es mit aller Konzentration und aller Energie, die wir aufbringen können, zu betreiben. Außerdem macht es uns viel zu viel Spaß, unsere Geschichten zu Papier zu bringen, als dass wir für ein halbes oder ganzes Jahr alle Viere von uns strecken könnten.




WM: Wenn man die Entwicklung eures Erfolges so betrachtet, ist ein kontinuierlicher Aufstieg zu erkennen. Habt ihr so etwas geplant?

Iny: Nein, wir haben einfach nur geschrieben und gelegentlich Versuche gemacht, einen Verlag zu finden, hauptsächlich um festzustellen, ob wir schon so gut sind, dass wir akzeptiert werden. Natürlich hängt es nicht nur vom schreiberischen Können, sondern auch von vielen anderen Aspekten ab, ob ein Verlag Interesse zeigt. Das war uns durchaus bewusst. Wir haben aus jeder Ablehnung und jeder kleinen Veröffentlichung gelernt und es immer wieder mal versucht.

Elmar: Unser Wunsch war, dass jedes Buch, das wir schreiben, sich so verkauft, dass der Verlag an einem weiteren Roman interessiert ist. Das ist auch jetzt noch die Grundlage unseres Schreibens. Die anderen Sachen wie Hörbücher, Übersetzungen in andere Sprachen, und nun die Filme, sind irgendwie von selbst gekommen, ohne dass wir aktiv daran beteiligt waren. Den größten Anteil haben hier unsere Agentin Lianne, unsere Agenturlektorin Ingeborg und unsere Filmagentin Isabel.




WM: Es sind bis jetzt drei eurer Romane verfilmt worden und es könnten auch noch mehr werden. Macht euch das stolz?

Iny: Es ist wie ein Abenteuer, in das man ohne großes Zutun hineinrutscht. Es macht Spaß, zu verfolgen, wie sich die Pläne zur Verfilmung entwickeln und wie das Ergebnis schließlich aussieht. Stolz ist nicht das richtige Wort, Freude wäre besser.

Elmar: Stolz können die Leute sein, die unsere Romane in bewegte Bilder umsetzen, sprich die Produzenten, Regisseure, Drehbuchschreiber, Akteure und die Filmteams, denn es ist ihre Leistung, wenn die Zuschauer vor dem Fernsehschirm sitzen und mitfiebern. Wir sind dankbar, dass uns diese große Chance geboten wurde, mitzuerleben, wie die Figuren unserer Romane Gestalt annehmen und lebendig werden.




WM: Ihr schreibt etliche unterschiedliche Genres. Warum macht ihr das?

Iny: Um nicht auszubrennen, nicht eingleisig zu werden und uns selbst den Spaß an der Arbeit zu erhalten. Das merkt man den Bücher an und unsere Leser honorieren es.

Elmar: Einer der Gründe ist, dass wir uns für mehrere Genres interessieren und es uns reizt, unsere Grenzen auszuloten. Zum anderen brauchen wir Abwechslung. Wir können nicht einen historischen Roman nach dem anderen schreiben. Irgendwann sind die inneren Batterien leer und die Freude und der Schwung gehen verloren. Dem bauen wir vor, indem wir unseren Neigungen folgen und unterschiedliche Romane schreiben.




WM: Eure Romane werden ja auch in andere Sprachen übersetzt. Könnt ihr sagen, in welchen Ländern ihr bis jetzt erschienen seid?

Iny und Elmar: Es sind bis jetzt Polen, Tschechien, Ungarn, Frankreich, Spanien, Russland, Ukraine, Italien, Brasilien und Rumänien. Ende 2012 kommen auch die Niederlande hinzu.




WM: Welcher Eurer Romane ist an häufigsten übersetzt worden?

Iny und Elmar: Natürlich ‚Die Wanderhure‘. Die ist bis jetzt in neun anderen Ländern erschienen. Aber auch ‚Die Kastellanin‘, ‚Das Vermächtnis der Wanderhure‘, ‚Die Tochter der Wanderhure‘ und die Tatarin sind in mehr als einem anderen Land erschienen. Hier freut uns besonders, dass ‚Die Tatarin‘, die während des großen nordischen Krieges spielt, ausgerechnet in den davon am meisten betroffenen Ländern Russland, Ukraine und Polen übersetzt worden ist.




WM: Wenn man die Homepage so betrachtet, so fallen einem die vielen Cover der verschiedenen Romane auf. Gibt es einen besonderen Grund, weshalb ihr alle Titelbilder auf der Homepage zeigen wollt?

Iny und Elmar: Auf unseren Lesereisen signieren wir oft sehr verschiedene Ausgaben unserer Romane und wollen, dass diese Leser deren Titelbilder gleichberechtigt mit allen anderen auf der Homepage sehen können. Außerdem wollen wir unseren Fans die Möglichkeit geben, die Titelbilder unserer Auslandsübersetzungen auf der Homepage zu sehen und sich mit uns darüber zu freuen.




WM: Was können wir noch von euch erwarten?

Iny: Ideen sind genug da und wir haben Lust, weitere Bücher zu schreiben.

Elmar: Hoffentlich noch viele, schöne Romane in verschiedenen Genres, wobei die historischen Romane in unterschiedlichen Zeiten und Ländern spielen werden. So sind wir im historischen Bereich gerade mit einer neuen, mehrbändigen Reihe für Knaur beschäftigt, mit der Elmar sich einen lang gehegten Traum verwirklichen kann. Die Arbeit am Dämmerland-Zyklus um Laisa und Rogon wird ebenfalls weitergehen, und wer weiß, vielleicht kommt es auch noch etwas, das uns selbst überrascht.



WM: Und bei Filmen?

Iny: Das liegt nicht in unserer Hand. Ich hoffe, dass unsere Filmagentin uns wieder mit einem Vertrag oder einer neuen Information beglückt.

Elmar: Die sind erst einmal mit ‚Das Vermächtnis der Wanderhure‘ abgeschlossen. Ob etwas Neues dazu kommt, muss die Zukunft zeigen.